Die Olma Messen St.Gallen ergreifen weitere Sparmassnahmen aufgrund ihrer verschärften wirtschaftlichen Situation

18. Februar 2021

Die Massnahmen des Bundes zum Schutz der Bevölkerung vor der Corona-Pandemie verbieten weiterhin fast alle Formen von Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit. Auf dem Messeplatz St.Gallen wurden deshalb alle grossen Veranstaltungen bis Mitte Jahr abgesagt. Der Genossenschaft Olma Messen St.Gallen fehlen damit im ersten Halbjahr 2021 erneut fast sämtliche Einnahmen. Entgegen der bisherigen Planung haben diese Ertragsausfälle den Druck erhöht, weitere Sparmassnahmen umzusetzen. Drei Messen, die unter von der Pandemie schwer beeinträchtigten Märkten leiden und die schon vor der aktuellen Krise eine negative Entwicklung aufwiesen, werden deshalb aus dem Veranstaltungsprogramm gestrichen. Mit diesem Entscheid verbunden ist ein Personalabbau im Unternehmen.

Seit Ende Oktober, als die Covid-19-Fallzahlen stark anstiegen, ist in der Schweiz die Durchführung von Messen und anderen öffentlichen Veranstaltungen generell verboten. Trotz angelaufener Impfkampagne, umfangreichem Testregime und vorbereiteten Schutzmassnahmen ist zurzeit keine Voraussage möglich, wann der Veranstaltungsbetrieb wiederaufgenommen werden kann. Die Olma Messen St.Gallen mussten deshalb alle im ersten Halbjahr 2021 geplanten Messen absagen. Auch
Generalversammlungen von bekannten Ostschweizer Firmen, sämtliche grossen Kongresse und viele weitere geplante Anlässe finden nicht statt. Zugelassen sind einzig die Sitzungen von Kantonsrat und Stadtparlament sowie die Produktion von Anlässen, deren Publikum in digitaler Form zugeschaltet ist.

Die Olma Messen St.Gallen haben damit nach 70% Umsatzverlust im Jahr 2020 erneut während eines halben Jahres fast die ganzen budgetierten Erträge verloren. Die Durchführung der bereits vorher defizitären Ferienmesse Grenzenlos und der Fest- und Hochzeitsmesse in St.Gallen und Zürich würde aufgrund der Marktentwicklung in den nächsten 2-3 Jahren jährliche Verluste im sechsstelligen Bereich verursachen; deshalb werden sie aufgrund des akuten wirtschaftlichen Druckes eingestellt.

Die drei Messen hatten sich aufgrund von Marktveränderungen schon vor der Corona-Pandemie negativ entwickelt. Rückläufige Ausstellerzahlen und Flächenerträge über mehrere Jahre liessen sich durch Sparmassnahmen nicht kompensieren. Die Märkte, in denen diese themenorientierten Publikumsmessen angesiedelt sind, wurden durch die globale Krise zusätzlich in ihrem Kern getroffen: Die Reisetätigkeit ist weltweit extrem eingeschränkt. Hochzeiten und Festanlässe sind aufgrund der Kontaktbeschränkungen kaum mehr möglich und wurden in grosser Zahl abgesagt und in die Zukunft verschoben.

Zwar wird die Nachfrage nach Tourismus- und Event-Dienstleistungen mit Abflauen der Pandemie sicher rasch wieder zunehmen. Viele Unternehmungen, die in diesen Branchen tätig sind, waren aber durch den Strukturwandel bereits geschwächt und wurden in der Pandemie zusätzlich durch den langen Ausfall fast sämtlicher Einnahmen in ihrem Kern getroffen. Sie werden sich nur langsam von der Krise erholen. Mit einem Wiedererstarken der betreffenden Messen kann auf Jahre hinaus nicht gerechnet werden.

Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der Olma Messen St.Gallen sind deshalb zum Entschluss gekommen, die drei Messen aufgrund der vorhersehbaren Marktentwicklung nicht mehr durchzuführen. Für die Campingmesse OCA, die von Drittveranstaltern parallel zur Grenzenlos durchgeführt wird und von diesem Entscheid nicht betroffen ist, wird nach einer Lösung auf dem Messeplatz St.Gallen gesucht. Auch bei der Fest- und Hochzeitsmesse werden Ansätze für eine Anschlusslösung mit interessierten Kreisen diskutiert.

Ferienmesse Grenzenlos
Die Grenzenlos ist eine Messe mit langer Tradition. Sie wurde 1990 als Ferienmesse St.Gallen gegründet und dient der Information über touristische Angebote und Erlebnisse. Von Beginn an überzeugte sie mit einer stimmungsvollen und dem Thema angepassten Gastronomie, mit Auftritten von internationalen Kulturgruppen, einer grossen Auswahl an Reisevorträgen und der Atmosphäre, welche die Ferienstimmung bereits ein wenig vorwegnimmt. Die Messe wuchs bis zu einem Maximum von 550 Ausstellern und 35‘000 Besuchern. Seit 2004 wird die Campingmesse OCA parallel zur Grenzenlos durchgeführt. Mit der Entwicklung digitaler Informations- und Buchungsmöglichkeiten wandelte sich der Tourismusmarkt fundamental. Bedeutende Anbieter verzichteten auf die Messepräsenz und nutzten neue Marketinginstrumente. 2017 folgte eine konzeptionelle Erneuerung als «Grenzenlos» mit den neuen Themen Outdoor und Genuss sowie Elementen, die den Messebesuch emotionaler und interaktiver gestalten. Bei den Besuchern ist die kleiner gewordene Messe ungebrochen beliebt, wobei insbesondere das Eintauchen in die exotische
Ferienwelt, das grosse Angebot an Reisevorträgen und die vorhandene Beratungskompetenz geschätzt wird.

Fest- und Hochzeitsmesse St.Gallen und Zürich
Die Fest- und Hochzeitsmesse St.Gallen wurde 1995 von Privatleuten gegründet und nach zwei Durchführungen von den Olma Messen St.Gallen weitergeführt. Sie erreichte im Jahr 2007 mit 274 Ausstellern und über 12‘000 Besuchern die grösste Ausdehnung. Sie deckt für Hochzeitspaare sämtliche Bedürfnisse ab und bietet Unterstützung für viele Arten von Veranstaltungen. Den Besuchern wird eine grosse Modeschau geboten, und die ganze Messe ist stimmungsvoll gestaltet. Nach demselben erfolgreichen Konzept wurden 2008 in Zürich und 2015 in Basel zusätzliche Fest- und Hochzeitsmessen gegründet, wobei sich nur der Ableger in Zürich etablieren konnte und ab 2014 die St.Galler Messe bezüglich Aussteller- und Besucherzahlen überholte. Strukturveränderungen im Hochzeitsmarkt und das Entstehen von vielen kleinen lokalen Hochzeitsevents in der Schweiz bewirkten in den letzten Jahren einen Rückgang der Aussteller- und Besucherzahlen der Fest- und Hochzeitsmessen.

Aufgrund des dauerhaft reduzierten Messeprogramms werden weniger Personalressourcen gebraucht. Deshalb werden im Stellenplan der Olma Messen St.Gallen acht Stellen abgebaut, davon vier in der Messeorganisation und vier im Betriebsdienst. Die Führung des Unternehmens bedauert diesen einschneidenden, aber wirtschaftlich notwendigen Schritt ausserordentlich.

Die Olma Messen St.Gallen sind als Genossenschaft organisiert und stehen im Besitz der öffentlichen Hand und zahlreicher Firmen und Organisationen aus allen Sektoren. Sie sind sich bewusst, dass sie eine Verpflichtung haben, für die Ostschweizer Wirtschaft und Bevölkerung Plattformen zu schaffen, die der Begegnung, dem Handel, der Information und dem Austausch und somit dem Wohlergehen der ganzen Region dienen. Wenn Messen nicht mehr stattfinden, dann fehlen den Anbietern der betroffenen Branchen wertvolle Präsentationsmöglichkeiten und dem Ostschweizer Publikum wichtige Informationsquellen und gesellschaftliche Treffpunkte. Trotzdem sind in der aktuellen Situation Einschnitte notwendig, um ergänzend zu den Finanzbeiträgen von Stadt und Kanton St.Gallen und den Genossenschaftern einen Beitrag zur Überwindung der in Folge der Corona-Krise erlittenen finanziellen Notlage zu leisten. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass der Messeplatz St.Gallen nach Aufhebung des Veranstaltungsverbots zu einer erfolgreichen Tätigkeit als Messe- und Event-Standort zurückkehren kann.

Von den Sparmassnahmen nicht betroffen sind die Bauarbeiten an der Autobahnüberdeckung und der neuen Halle 1, welche planmässig weitergeführt werden. Für dieses Projekt besteht eine gesicherte, separate und zweckgebundene Finanzierung.

Weitere Informationen
Donnerstag, 18. Januar 2021, 13.00h bis 15.00h
Genossenschaft Olma Messen St.Gallen
Christine Bolt, Direktorin
Splügenstrasse 12
Postfach
CH-9008 St.Gallen
Telefon +41 79 653 60 20
medien@olma-messen.ch
http://www.olma-messen.ch

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Zugpferde für die Zukunft: neue Triebwagen für die Pilatus-Bahnen AG

3. Februar 2021

Die Pilatus-Bahnen AG gleist am Drachenberg die nächsten 40 Jahre auf. Am 2. Februar 2021 haben die Verantwortlichen das 55-Millionen-Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt: Ab Sommer 2021 nehmen auf dem ursprünglichen Trassee der steilsten Zahnradbahn der Welt schrittweise acht neue Triebwagen Fahrt auf. Das zeitlos-erstklassige Design der Züge mit 360-Grad-Panoramafenstern steigert den Fahrgenuss und sorgt für noch mehr Herzklopfen am Luzerner Hausberg. Ein innovatives Leitsystem und weitere technologische Neuerungen bringen mehr Komfort sowie einen nachhaltigeren Betrieb – künftig sogar im Halbstundentakt.

Luzern, 2. Februar 2021 – Bislang haben es nur Insider gesehen: das wegweisende Design für die neuen Triebwagen der Pilatus-Bahnen AG. Verwaltungsratspräsident Bruno Thürig und CEO Godi Koch präsentierten am 2. Februar 2021 der Öffentlichkeit erstmals die neuen Zugpferde für die Zahnradbahn zwischen Alpnachstad und Pilatus Kulm. Sie sind das Kernstück einer umfassenden technologischen Erneuerung der steilsten Zahnradbahn der Welt.

Bessere Aussichten denn je
Maximal grosse Glasfronten gewähren in den neuen Wagen eine 360-Grad-Panoramaaussicht und ein noch spektakuläreres Fahrerlebnis. Der renommierte Designer Thomas Küchler, der am Fusse des Pilatus aufgewachsen ist, hat die neuen Triebwagen gestaltet. Er wählte ein zeitloses Design mit weichen Radien und eleganter Formsprache. Die Wagen kommen im klassischen Pilatus-Rot daher, untermalt von einer ikonischen LED-Beleuchtung an den Fronten. Im Fahrgastraum sorgen helle, warme Farbtöne und ein hochwertiger Bodenbelag für eine edle Atmosphäre. «Wir setzen auf erstklassig-stilvolle Fahrzeuge mit wertigen Materialien. Das ist für uns Erlebnisreisen im 21. Jahrhundert kombiniert mit modernster Fahrgastsicherheit», so Godi Koch, CEO der Pilatus-Bahnen AG.

Neue Pionierleistungen für weltweit einmaliges Erbe
Das einzigartige Zahnstangensystem, welches Eduard Locher mit seiner Mannschaft vor über 130 Jahren erschuf, zeigt kaum Verschleisserscheinungen und bleibt praktisch unverändert bestehen. Die neuen Triebfahrzeuge verkehren in Zukunft in Doppeltraktion. In Alpnachstad entsteht ein zweiter Perron. Dank diesem können die Gäste ohne zusätzliches Rangieren gleichzeitig in die acht Triebwagen einsteigen. Anstelle von Schiebebühnen werden drei neue Gleiswender – massgefertigte Unikate aus der Emmentaler Maschinenfabrik Steck – eingebaut. Diese Massnahmen sowie die etwas höhere Reisegeschwindigkeit ermöglichen die Einführung des Halbstundentakts.

Leiserer und nachhaltiger Betrieb
Dank eines neuen Lifts und einer verbreiterten Wartehalle erfüllt die Bergstation Pilatus Kulm die neuesten Normen für einen behindertengerechten ÖV. Zudem gewährleistet ein zukunftsweisendes Leitsystem – vom Schweizer Unternehmen Actemium LeitTec eigens für die Pilatus-Bahnen AG entwickelt – einen noch sichereren Betrieb. Die neuen Fahrzeuge sind geräuschärmer und senken dank Rekuperation den Strombedarf um 30 Prozent.

Ersatz der Zugformationen aus den 1930er-Jahren
Das primäre Ziel des Neubauprojekts ist der Ersatz der historischen Triebwagen durch neue Zugpferde: Für das über 80-jährige Rollmaterial gibt es keine Ersatzteile mehr, die Fahrzeuge werden anfälliger für Störungen und der Unterhalt wird aufwändiger. «Ein Ersatz der alten Triebwagen ist unumgänglich, um auch in Zukunft unseren Gästen eine sichere und störungsfreie Fahrt auf den Pilatus zu garantieren», erklärt Godi Koch. Zwei Triebwagen aus den 30er-Jahren bleiben erhalten und werden in Zukunft für Extrafahrten zum Einsatz kommen.

Bahnbrechender Entscheid für die nächsten 40 Jahre
Insgesamt rechnet die Pilatus-Bahnen AG für das Projekt mit Kosten von 55 Millionen Schweizer Franken. Diese Investition wird grösstenteils durch eigene Mittel finanziert – aufgrund der coronabedingten Umsatzausfälle nicht vollumfänglich, wie ursprünglich geplant. Zusätzliche Aktionärs- und Bankdarlehen sichern die Realisation des Projekts. «Wir glauben an einen qualitativen Tourismus am Hausberg von Luzern. Wir investieren auch in harten Zeiten, handeln visionär und gehen konsequent unseren Weg – jetzt erst recht», hält Bruno Thürig, Verwaltungsratspräsident der Pilatus-Bahnen AG, fest.

Drei Jahre für ein neues Jahrhundertwerk

Die sorgfältig auf die sensible alpine Umwelt abgestimmten Bauarbeiten sind am 9. November 2020 gestartet. Die Triebwagen liefert der Hersteller Stadler Rail stückweise an: Der erste neue Personentriebwagen nimmt im Sommer 2021 für Testzwecke Fahrt auf. Im Mai 2023 werden laut Plan alle Bauarbeiten abgeschlossen sein und die acht neuen Triebwagen im Einsatz stehen. Die Aufträge führen ausnahmslos Schweizer Unternehmen aus.

Zahlen und Fakten zur Neukonzeption der steilsten Zahnradbahn der Welt
Strecke: Alpnachstad – Pilatus Kulm (Inbetriebnahme 1889)
Höhendifferenz: 1635 m
Länge Bahnstrecke: 4618 m
Bergfahrt: 19 min (bisher 30 min); max. 15 km/h (bisher max. 12 km/h)
Talfahrt: 28 min (bisher 40 min); max. 12 km/h (bisher max. 9 km/h)
Frequenz (neu): Halbstundentakt
Betriebszeit (Saison): Mai bis November
Bauphase Neuerungen: November 2020 bis Mai 2023 (parallel zum laufenden Betrieb und in Wintermonaten)
Rollmaterial (neu): 8 Personentriebwagen in Doppeltraktion für je 48 Personen, 1 Gütertriebwagen (neu getrennt von Personenverkehr), Schrittweise Inbetriebnahme Sommer 2021 bis Mai 2023
Gewicht Triebwagen: 18 t (Bruttogewicht)
Antriebsleistung: 210 PS oder 154 kW pro Triebwagen
Bahnsystem: Zahnstangensystem Locher (seit 1889)
Gütertransport: rund 1000 t pro Jahr
Trassee: Spurweite: 80 cm / Steigung: maximal 480 ‰, mittel 380 ‰

Projektpartner:
Generalplaner: Emch & Berger AG
Triebwagen: Stadler Rail; Design: Küchler Design
Kabinen: Calag Carrosserie Langenthal AG
Gleiswender: Ferdinand Steck Maschinenfabrik AG
Leitsystem: Actemium LeitTec

Mediacorner Neukonzeption Zahnradbahn Pilatus-Bahnen AG

Medienkontakt
Godi Koch, CEO
PILATUS-BAHNEN AG
godi.koch@pilatus.ch – T 041 329 11 21

Bruno Thürig, Verwaltungsratspräsident
PILATUS-BAHNEN AG
T 041 329 11 19

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