Das Papiliorama in Kerzers (0.035 km2) schützt in Zukunft 235 km2 Tropenwald (CH)

Die Stiftung Papiliorama hat im Jahre 1989 das Shipstern Naturreservat in Belize (Zentralamerika) mit 9’000 Hektaren gegründet. Seither wird das Reservat durch die Stiftung finanziert und geschützt. Dies dank der Unterstützung durch ihre Spender. 2013 hat das Papiliorama das Projekt in Belize einen grossen Schritt vorantreiben können: Mit Hilfe eines Co-Managements für bestehende Schutzgebiete, deren Schutz bisher vernachlässigt wurde, ist die durch das Papiliorama geschützte Tropenwaldfläche auf 23‘500 Hektaren (235 km2) angestiegen. Dies entspricht in etwa 1.4mal der Fläche des Schweizer Nationalparks.

Die Stiftung Papiliorama schützt diese Wälder durch eine unabhängige Schwesterstiftung, der internationalen Stiftung für den Schutz des Tropenwaldes (ITCF). Die Stiftung ist in der Schweiz und in den Niederlanden aktiv. In den Niederlanden ist es der „Royal Burgers Zoo“ in Arnheim, der, wie das Papiliorama, auf die Situation aufmerksam macht und Spendengelder erzeugt. Die Zusammenarbeit zwischen diesen zwei Institutionen besteht seit über 25 Jahren. Das Papiliorama und der Royal Burgers Zoo zeigen, was tropische Wälder sind und was sie für die Umwelt bedeuten; die ITCF schützt die Wälder vor Ort.

Die ITCF hält die administrativen Kosten auf einem absoluten Minimum (weniger als 3%). Kosten für Administration, Fundraising und Koordination werden durch den Burgers Zoo und das Papiliorama gedeckt. Die ITCF ist stolz, dass ihre Beiträge zu praktisch 100% vor Ort im Feld eingesetzt werden, wo sie am nötigsten sind und gewissenhaft eingesetzt werden. Alle Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter http://www.itcf.ch.

Die Stiftung ITCF arbeitet in Belize unter den Namen “Corozal Sustainable Future Initiative (CSFI)“. Diese wurde offiziell im Jahr 2012 ins Leben gerufen. Sie war früher unter dem Namen Shipstern Nature Reserve (Belize) Ltd (non-profit) bekannt und wurde umbenannt, um die Zielsetzungen der gegenwärtigen und zukünftigen Aktivitäten besser wiederspiegeln zu können. CSFI ist eine Belizianische nicht-gewinnorientierte NGO, registriert und geprüft, neutral und unpolitisch. Der Vorstand besteht aus führenden und leidenschaftlichen belizianischen und ausländischen Naturschützern. Der juristische Hauptsitz ist zwar in Belize City, die CSFI ist aber schon immer eine im Feld tätige Organisation gewesen und das Büro befindet sich noch immer im Herzen der Shipstern Conservation and Management Area, im Corozal Distrikt.

Zur Erfüllung ihrer Mission konzentriert sich die CSFI auf drei Hauptaktivitäten: Naturschutz, nachhaltige Waldwirtschaft und fairen Tourismus (siehe auch http://www.csfi.bz, nur auf English).

Shipstern Conservation & Management Area
Die Shipstern Conservation & Management Area (Shipstern C&MA) befindet sich im Nordosten von Belize im Corozal Distrikt. Das Schutzgebiet wurde 1989 als Shipstern Naturreservat gegründet und 1990 durch den Minister für natürliche Ressourcen eingeweiht. Es besteht aus zwei Teilen: einer grossen Parzelle um die Shipstern Lagune und einem kleineren, bewaldeten Gebiet um die Xo-Pol Weiher, westlich von der Hauptparzelle. Am 31. Oktober 2012 wurde Shipstern C&MA für immer zu einer Stiftung für die Bevölkerung und Regierung von Belize deklariert.

Die Shipstern C&MA wird seit langem als eines der wichtigsten Schutzgebiete von Belize anerkannt, da eine Reihe verschiedener Lebensräume geschützt wird. Einige davon sogar einzigartig in Belize. Die Wälder in und um Shipstern entwickeln sich praktisch ungestört seit dem Wirbelsturm Janet, der das ganze Gebiet 1955 zerstört hat. Die Wälder von Shipstern sind daher Urwälder, obwohl sie rein biologisch als sekundäre Wälder bezeichnet werden müssen.

Die Fauna von Shipstern ist dank Schutzbemühungen der vergangenen 20 Jahre sehr vielfältig und zahlreich. Pekaris, Hokos und Hirsche wandern durch Wälder und Savannen und sind wertvolle Beutetiere für Jaguare und Pumas. Die drei anderen Katzenarten von Belize sind ebenfalls vertreten. Auch der mittelamerikanische Tapir (Baird’s Tapir) wurde gesichtet. Regenbogentukane sowie verschiedene Papageienarten und andere auf der Yucatan Halbinsel heimische Arten. können beobachtet werden.
Erwähnenswert sind auch die Amerikanischen Waldstörche, welche 1992 zurückgekehrt sind und in grosser Zahl jährlich in der Shipstern Lagune nisten. Ein weiteres Indiz für den Erfolg der Bemühungen ist der Black Catbird (Melanoptila glabrirostris), der auf dem Festland nur in Shipstern nachgewiesen werden konnte.

Die Flora von Shipstern ist ebenso vielfältig. Es ist der einzige Ort in Belize, wo die halb-hohen, halb-immergrünen Yucatan Wälder vorkommen. Noch seltener sind die Yucatan-Küstentrockenwälder mit Kuka Palmen. Dieser Waldtyp ist nicht nur extrem selten in Belize (kommt nur in Shisptern und Bacalar Chico Nationalpark vor), sondern kommt auf der gesamten Yucatan Halbinsel nur in vier kleinen Gebieten vor.

Der Honey Camp Nationalpark
Am 21. März 2013 unterzeichnete die Ministerin für Wald, Fischerei und nachhaltige Entwicklung, Hon. Lisel Alamilla, ein Abkommen mit der CSFI. Danach übernimmt die CSFI das Management für das, ein wenig in Vergessenheit geratene Schutzgebiet im Corozal Distrikt. Der Nationalpark umfasst rund 3150 Hektaren geschlossene Waldfläche. Honey Camp Nationalpark ist, zusammen mit dem Freshwater Creek Waldreservat, ein wichtiges Element im nördlichen biologischen Korridor von Belize.

Während den ersten Monaten nach der Unterzeichnung des Abkommens, wird die CSFI die dringendsten Aktivitäten angehen:
– Treffen mit lokalen Interessenvertretern zu Gesprächen in Bezug auf den Nationalpark
– Kontrolle der Grenzen und Einrichten von Beschilderungen
– Einschätzen von illegalen Aktivitäten in der Vergangenheit und in der Gegenwart
– Aktive Überwachung und Vollzug

Sobald die Präsenz der CSFI gut etabliert und akzeptiert ist, werden permanente Ranger-Hauptquartiere und Tourismus-Infrastrukturen eingerichtet. Dies gemäss dem Management Plan für den Honey Camp Nationalpark, welcher zurzeit ausgearbeitet wird.

Freshwater Creek Forest Reserve
Am 14. Mai 2013 wurde eine Vereinbarung zwischen der Corozal Sustainable Future Intitiative (CSFI) und der Regierung unterzeichnet. Betreff: eine langfristige Konzession für die Verwaltung des Freshwater Creek Forest Reserve (neben Honey Camp National Park gelegen). Zugleich wurde ein Co-Management Abkommen unterzeichnet.

Freshwater Creek Forest Reserve bildet den ersten Eckpfeiler einer neuen, langfristigen und nachhaltigen Forst-Strategie für den Nord-Osten von Belize. Durch die koordinierte gemeinsame Verwaltung der drei Einheiten soll eine starke Achse für Nachhaltigkeit und Naturschutz in Südost Corozal entstehen. Hoffentlich wird dies wiederum zu einer Vernetzung durch einen biologischen Korridor führen.

Um die Krise um die Hartholzarten im Nordosten von Belize in eine Chance umzuwandeln, schlagen wir ein ganzheitliches Vorgehen bei der Verwaltung von Freshwater Creek FR und Honey Camp NP vor. Unsere Hauptaktivitäten werden die folgenden sein:
– Nachhaltige Forstwirtschaft durch Lückenbepflanzung mit einer anfänglichen Phase von 25 Jahren, während der nur gepflanzt wird, und einer anschliessenden Ernte im Rotationsverfahren.
– Schutz von Kerngebieten als Samenbanken und als besonders schützenswerte Wälder und Habitate.
– Schaffung einer Baumschule für Harthölzer. Für das Waldreservat und zugunsten der Gemeinde.
– Bau eines Regionalpark-Hauptquartiers, einer Freizeitzone, eines Besucherzentrums und eines Arboretums.

Im Jahr 2013 werden wir uns darauf konzentrieren, das Gebiet zu sichern und illegale Eingriffe und Aktivitäten innerhalb der Grenzen zu unterbinden. Das eigentliche Forstwirtschaftsprojekt wird Anfang 2014 beginnen.

Wir sind zuversichtlich, dass wir durch dieses Projekt ein beispielhaftes Modell für künftige Waldwirtschaft, für Waldreservate, Organisationen welche Wald verwalten oder sogar für private Landbesitzer schaffen können. Ein solches Modell kann auch nützlich sein, um langfristig zu einer neuen Form von waldbasierter Wirtschaft in Belize zu finden.

Wir retten Wälder dank den Besuchern des Papilioramas!
Das Retten von Tropenwäldern und die Verhinderung von illegaler Abholzung und Wilderei erfordern eine ständige Präsenz im Feld. Die Entwicklung von alternativen Wirtschaftsmodellen für Schutzgebiete kostet Zeit und viel Einsatz. Ermöglicht wird dies alles dank hochmotivierten und sehr engagierten Mitarbeitern. Sie tun das mit Leidenschaft, verdienen damit aber auch ihr tägliches Brot.
Naturschutz bringt leider Kosten mit sich, die gedeckt werden müssen. Die Arbeit, welche das Papiliorama vor Ort vollbringt, ist nur möglich dank unseren Besuchern. Sie spenden, sie setzen sich ein. Wir erleichten das Spenden indem wir Gegenwerte offerieren: Ein Hektar Wald, oder ein Tier von Belize ihrer Wahl; alle Adoptionen entsprechen der tatsächlichen Population im Reservat. Und selbstverständlich erhalten Sie ein Zertifikat für Ihre Adoption.

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Caspar Bijleveld, Dir. Papiliorama
http://www.papiliorama.ch

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