Wenn es heiss wird: So kühlen sich die Tiere im Natur- und Tierpark Goldau ab

4. August 2026

Steigen die Temperaturen, passen auch Tiere ihr Verhalten an. Während Menschen ihren Körper vor allem durch Schwitzen kühlen, nutzen Wildtiere unterschiedliche Strategien: Sie hecheln, suhlen sich im Schlamm, geben Wärme über gut durchblutete Körperregionen ab oder verlegen ihre Aktivitäten in die kühleren Tageszeiten. Im Natur- und Tierpark Goldau können sie diese natürlichen Mechanismen in naturnah gestalteten Anlagen optimal nutzen.

Warme Sommertage gehören für viele Tierarten zu ihrem natürlichen Jahresverlauf. Im Laufe der Evolution haben sie deshalb unterschiedliche physiologische und verhaltensbezogene Mechanismen zur Regulation ihrer Körpertemperatur entwickelt. Auch für die Tiere des Natur- und Tierparks Goldau sind keine besonderen Kühlmassnahmen nötig. «Unsere Tiere sind an sommerliche Temperaturen generell gut angepasst. In den naturnah gestalteten Anlagen können sie selbst wählen, wo sie sich aufhalten und ihre Aktivitäten in die kühleren Tageszeiten verlegen. Wichtig ist, dass ihnen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung steht», erklärt Dr. Pascal Marty, Leiter Zoologie des Natur- und Tierparks Goldau.

Von Schlammbad bis Siesta: Jede Tierart kühlt anders

Welche Strategie ein Tier nutzt, hängt von seinen Anpassungen an den natürlichen Lebensraum ab.

Wildschweine besitzen kaum funktionstüchtige Schweissdrüsen und können überschüssige Wärme nur sehr begrenzt über die Haut abgeben. Deshalb suhlen sie sich regelmässig im Schlamm. Das verdunstende Wasser entzieht dem Körper Wärme; zugleich schützt die Schlammschicht vor intensiver Sonneneinstrahlung und lästigen Insekten.

Wölfe und Luchse kühlen ihren Körper vor allem durch Hecheln. Dabei verdunstet Wasser über die Schleimhäute der Zunge, Maulhöhle und oberen Atemwege und führt so Wärme ab. Zwar besitzen Wölfe und Luchse auch Schweissdrüsen an den Fussballen, für die Regulierung der Körpertemperatur spielen diese jedoch wegen ihrer kleinen Oberfläche kaum eine Rolle.

Huftiere wie Rothirsche, Sikahirsche, Steinböcke oder Mufflons können Wärme auch über Schweiss abgeben. Die Effizienz unterscheidet sich aber von Art zu Art. An heissen Tagen reduzieren Huftiere ihre Aktivität während der Mittagszeit und verlegen das Äsen in die Nacht oder die kühleren Morgen- und Abendstunden. Zusätzlich geben sie Wärme über die Haut und durch Verdunstung über die Atemwege ab.

Auch Syrische Braunbären vermeiden grosse Hitze vorwiegend durch ihr Verhalten: Tagsüber ruhen sie in kühleren Bereichen und nutzen Wasserstellen zur Abkühlung. Ihr dichtes Fell schützt nicht nur im Winter vor Kälte, sondern wirkt auch im Sommer isolierend und kann dadurch verhindern, dass sich der Körper bei direkter Sonneneinstrahlung zu schnell aufheizt.

Futter-Glaces: Abwechslung mit kühlendem Nebeneffekt

An besonders heissen Tagen erhalten einzelne Tierarten des Natur- und Tierparks Goldau – beispielsweise Wildschweine, Hausschweine, Fischotter oder Syrische Braunbären – Futter-Glaces. Die mit Früchten, Gemüse oder anderen geeigneten Futtermitteln gefüllten Eisblöcke dienen in erster Linie der Beschäftigung, dem sogenannten Enrichment. «Die Tiere müssen sich ihr Futter erarbeiten, wie dies auch in der Natur der Fall ist», sagt Dr. Pascal Marty. «Die Abkühlung ist ein willkommener, aber sehr geringer Nebeneffekt – wichtiger ist, dass die Tiere ihre bewährten und natürlichen Strategien zur Abkühlung selbstständig einsetzen können.»

Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne Dr. Pascal Marty, Leiter Zoologie und Kurator des Natur- und Tierparks Goldau: pascal.marty@tierpark.ch / +41 41 859 06 20

Die Medienmitteilung mit Bild- und Videomaterial steht auf www.tierpark.ch/medien zum Download zur Verfügung.

Natur- und Tierpark Goldau

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GOLDAUER BARTGEIER-JUNGTIER BLEIBT IM TIERPARK

20. Juni 2024

Erst kürzlich wurden drei Bartgeier in der Melchsee-Frutt ausgewildert. Die Bartgeier stammen aus Zoos in Frankreich, Spanien und Österreich. Der Natur- und Tierpark Goldau nimmt dabei als wichtiger Partner der Stiftung Pro Bartgeier bei diesem Artenschutzprojekt eine grosse Rolle ein. Das Jungtier des Bartgeier-Paars Mascha und Hans bleibt indes im Natur- und Tierpark Goldau.

Dank der grossen Mithilfe des Natur- und Tierparks Goldau konnten auch in diesem Jahr wieder drei Bartgeier ihre Reise in die Wildnis antreten. Diese Auswilderungen sind Teil eines umfassenden Erhaltungsprogramms zur Wiederansiedlung der Bartgeier in den Alpen. Das Ziel der erneuten Auswilderung dieses Jahr ist es, die genetische Vielfalt zu stärken und die Zukunft dieser bedrohten Art zu sichern. Die drei jungen Bartgeier werden die nächsten Wochen durch das Team der Stiftung Pro Bartgeier betreut, bis sie genug alt sind, um eigenständig unterwegs zu sein.

Goldauer Bartgeier-Jungtier ist ein Männchen
Das Jungtier vom berühmten Goldauer Bartgeier-Paar Mascha und Hans, welches in diesem Frühjahr im Tierpark mit der Hilfe des Tierpfleger-Teams schlüpfte, ist ein Männchen. Gemeinsam hat das Tierpark-Team mit dem Europäischen Erhaltungszucht-programm (EEP) entschieden, das Goldauer Jungtier im Tierpark zu behalten. Ein passendes und genetisch-wertvolles Weibchen ist bereits vorhanden. Dieses Paar wird in der Zuchtstation eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der genetischen Vielfalt innerhalb der Bartgeier-Population spielen und für Nachwuchs sorgen. Diese Entscheidung unterstreicht das Engagement für den langfristigen Erfolg und die Nachhaltigkeit unserer Bemühungen.

«Für uns als Natur- und Tierpark ist es natürlich schön, dass wir das Jungtier bei uns behalten können. In unserer Zucht wird er in Zukunft wichtig sein und zum langfristigen Überleben der Population beitragen.», Dr. Pascal Marty, Kurator Natur- und Tierpark Goldau.

Bis der Goldauer Junggeier selbst für Nachwuchs sorgen wird, dauert es noch eine Weile. Bartgeier werden erst mit 5 bis 7 Jahren geschlechtsreif. Bis dahin kann sich das Männchen in aller Ruhe an seine neue Umgebung und seine Partnerin gewöhnen.

Der junge Bartgeier hat noch keinen Namen
Da der juvenile Bartgeier nun im Tierpark bleibt, erhielt er bisher noch keinen Namen. Dies will der Natur- und Tierpark in den kommenden Wochen ändern und die Tierpark-Fans in die Namensgebung miteinbeziehen. Wie dies genau ablaufen wird, informiert der Tierpark in den nächsten Tagen auf seinen Kanälen.

Wichtig für den Artenschutz
Zusammen mit der Bildung, Forschung und dem Naturschutz ist der Artenschutz die wichtigste Aufgabe eines modernen Tierparks. So ist der Natur- und Tierpark Goldau in vielen internationalen Zuchtprogrammen aktiv und wildert jedes Jahr eine gewisse Anzahl seiner Jungtiere aus. Dazu gehört schon seit vielen Jahren auch der Bartgeier. Einst in der Schweiz ausgestorben, leben heute dank Zoos und Tierparks wieder rund 400 Bartgeier in den Alpen.

Für mehr Informationen und Bildmaterial
Natur- und Tierpark Goldau:
Dr. Pascal Marty,
Kurator,
Mitglied der Geschäftsleitung,
041 859 06 20, 
pascal.marty@tierpark.ch


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