Wildnispark Zürich: Das Takhi-Projekt trotz Rückschlag im Aufwind (CH)

Takhis im Schnee im Langenberg

Takhi bedeutet auf mongolisch so viel wie heilig. 1968 war das Przewalskipferd in freier Wildbahn ausgestorben. Dank Takhis in europäischen Zoos, konnte die Art erhalten bleiben und seit 1992 werden Takhis aus Europa zurück in die alte, neue Heimat, die Mongolei gebracht; seit 1996 vom Wildnispark Zürich Langenberg aus. Nach 1999 setzte sich die ITG (International Takhi Group) für die Wiederansiedlung ein und die Zusammenarbeit mit der mongolischen Regierung ist in dieser Zeit immer enger geworden. Im Rahmen des WEF besucht der mongolische Präsident Elbegdorj die Schweiz und trifft sich auch mit ITG-Präsident Thomas Pfisterer.

Die ITG hat sich zum Ziel gesetzt, eine langfristig lebensfähige Takhi-Population aufzubauen und deren Habitat langfristig zu erhalten. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und der Regierung.

Abhärtung in extremis
Zwischen 1992 und 2004 wurden insgesamt 89 Takhis in die Mongolei geflogen, die meisten vom Langenberg aus. In dieser Phase ging es vor allem darum, sie im geeignetsten Lebensraum in der Mongolei wieder anzusiedeln. Dies scheint längerfristig möglich zu sein, obwohl der trockene Sommer und der lange harte Winter 2009/10 ein zweites Mal die Population um mehr als zwei Drittel dezimiert hat. So besorgniserregend diese Tatsache ist, kann man doch davon ausgehen, dass die überlebenden Takhis besonders gut an die harten Lebensbedingungen in dem Gebiet angepasst sind.

Zusammenarbeit mit der Bevölkerung
Die Gobi B ist ein Beispiel, wo traditionelle menschliche Nutzung und das Leben von Wildtieren gut zusammen funktionieren. Die knappen Futter- und Wasserressourcen in der Gobi B bedingen aber ein sorgfältiges Regime. Wichtig ist deshalb die positive Einstellung der Bevölkerung gegenüber den Takhis. Diese wird durch ein sozioökonomisches Projekt unterstützt, das auf den drei Bereichen Viehwirtschaft, Filzproduktion und Holzschnitzerei aufbaut und den einheimischen Nomaden alternative Einkommen erschliesst.

Elbegdorj trifft ITG-Präsident Thomas Pfisterer
Im Januar 2011 wurde zwischen der ITG und der mongolischen Regierung ein neuer Zusammenarbeitsvertrag bis 2020 unterzeichnet. Hauptbestandteil ist die gemeinsame Vision, dass sich das Takhi, eine national und global wichtige Tierart, als selbsterhaltende, freilebende Population jetzt und in Zukunft in der Dschungarischen Wüste halten kann. Gleichzeitig unterstützt die mongolische Regierung die Vernetzung und Aufwertung des Lebensraums zwischen der Mongolei und der Volksrepublik China.

Im Rahmen des Besuchs von Präsident Elbegdorj am WEF in der Schweiz, findet auch ein Treffen mit Parlamentariern und dem Direktor des DEZA, Martin Dahinden statt. Das DEZA engagiert sich in der Mongolei unter anderem zusammen mit der ITG für die Umsetzung eines Managementplans für die Gobi B. Eine weitere Station für Präsident Elbegdorj ist Aarau, wo er sich sehr für das „Haus der Demokratie“ interessiert. In diesem Zusammenhang trifft er auf Alt-Ständerat und ITG-Präsident Thomas Pfisterer, wobei auch die neuesten Entwicklungen im Takhi-Projekt ein Thema sind. Der Leitspruch von Thomas Pfisterer „je globaler die Welt wird, desto mehr haben wir Verantwortung für den Fortbestand der Natur und der auf sie angewiesenen Menschen zu tragen“, fasst das Ziel aller Beteiligten in der Gobi B treffend zusammen.

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 18 oder
christian.stauffer@wildnispark.ch

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch

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