Wildnispark Zürich: Die erste Bauetappe der Erneuerung und Erweiterung im Langenberg West ist abgeschlossen.(CH)

30. September 2010
Die neue Schauanlage der Elche mit Biotop im Wildnispark Zürich

Die neue Schauanlage der Elche mit Biotop im Wildnispark Zürich

Medienmitteilung 17/10 aus dem Wildnispark Zürich

Grosses Herbstfest im Wildnispark Zürich
Die erste Bauetappe der Erneuerung und Erweiterung im Langenberg West ist abgeschlossen. Anlässlich des grossen Herbstfests vom Sonntag, 3. Oktober wird das neue Elchhaus eingeweiht. Weitere Höhepunkte aus dem Festprogramm sind die Lesungen von Federica de Cesco und der Auftritt der Band «Schtärneföifi».

Seit Mitte Mai wurde im Westteil des Langenbergs kräftig gebaggert und umgegraben. Alte und mehrheitlich baufällige Gehegeteile mussten erneuert werden, die Elche sind in eine grosszügige Anlage umgezogen und die Wisente haben ein neues Zuhause erhalten. Als zentrales Element des Bauprojekts entstand im Eingangsbereich bei der grossen Holzbrücke ein neues Elchhaus mit Ausstellung und direktem Einblick in die Tieranlage.

Vom Elchfieber gepackt
Die neue Ausstellung befasst sich zum einen mit dem Elch als Wildtier und dessen aktueller Verbreitung, zum anderen wird das ehemals einheimische Tier als Kult- und Sammlerobjekt thematisiert. An den drei verschiedenen Themenstationen «Elch-Test», «Elch-Land» und «Elch-Alarm» lässt sich auf spielerische Weise Überraschendes, Beeindruckendes und Witziges rund um den Elch erfahren. Durch den Einblick können die BesucherInnen ihr neues Wissen direkt am lebenden Elch studieren.

Festprogramm
Neben der Eröffnung des Elchhauses finden im Langenberg West Lesungen von Federica de Cesco statt. In der mongolischen Jurte erzählt sie von mutigen Mädchen und wilden Pferden. In Sihlwald erfreut die Kinderband «Schtärneföifi» das junge Publikum mit zwei Konzerten. Die Sihltal-Zürich-Üetlibergbahn bringt die BesucherInnen den ganzen Tag im 20-Minuten-Takt in den Wildnispark Zürich und zurück.

Weitere Informationen unter http://www.wildnispark.ch.
Für weitere Auskünfte zum Fest: Judith Falusi, Tel. 044 722 55 26

Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Wildnispark Zürich: Baumpilze – Parasiten und Erneuerer im Altholzwald (CH)

22. September 2010

Medienmitteilung 16/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Sie geben dem Wald Farbe und faszinieren den Wanderer. Baumpilze können vielerlei Formen und Farben haben, im Altholzwald sind sie aber auch von wichtiger Bedeutung. Sie bauen Holz ab und helfen dadurch mit, die Humusschicht zu erneuern. Im Sihlwald kommen sie dank viel Totholz häufig vor.

In Mitteleuropa sind Rotbuchen die weitaus häufigsten Wirtsbäume für den echten Zunderschwamm. Er ist frost- und hitzebeständig und kann ein Alter von bis zu fünfzehn Jahren erreichen. Er kommt hauptsächlich in tieferen Lagen vor und ist im Sihlwald einer der Vertreter der grossen Gruppe von Baumpilzen.

Im Sihlwald geeignetes Substrat
Porlinge, zu welchen der Zunderschwamm gehört, bilden konsolenförmige Fruchtkörper. Diese setzen direkt auf der Rinde auf und gleichen alle Unebenheiten aus. An der Unterseite der grauen, konzentrischen Wulste befinden sich die Fruchtkörper, welche sich immer nach der Schwerkraft orientieren. Fällt ein mit einem Baumpilz befallener Baum um, bilden sich die neuen Baumpilze deshalb um 90 Grad gedreht zu den alten aus. Im Schweizer Mittelland ist der echte Zunderschwamm selten. Dies dürfte an seiner früheren Verwendung als Zunder gelegen haben und daran, dass in den bewirtschafteten Wäldern wenig Alt- und Totholz zu finden ist. Im Sihlwald kommen diese Baumpilze dank des vielen Totholzes hingegen häufiger vor und erfreuen mit ihren Farben die Spaziergänger.

Aus Baum wird Humus Der echte Zunderschwamm befällt alte und kränkelnde Buchen. Nach dem Tod des Baumes kann er noch lange weiterleben. Er bezieht seine Nahrung aus dem Holz, indem er als Weissfäulepilz neben Zellulose auch das hochkomplexe Lignin im Holz abbauen kann. Durch den Weissfäulepilz wird Holz beinahe zu 100% abgebaut und der entstehende Humus geht als Substrat wieder in den Waldkreislauf ein. So ist er nicht nur im Naturwald, sondern auch in Wirtschaftswäldern ein Verwerter von nicht kommerziell nutzbarem Holz.

Und er kann noch mehr….
Als Wund- oder Blutschwamm wurde der echte Zunderschwamm bereits im Altertum zur Wundbehandlung eingesetzt. Die Wirkung beruht auf seiner kapillaren Saugkraft, welche zu einer schnelleren Gerinnung führen soll. Sein Gehalt an keimtötendem Jod desinfiziert die Wunde auch gleich. 1959 entdeckte ein finnischer Forscher zudem, dass mit dem Presssaft aus dem echten Zunderschwamm die roten Blutkörperchen der Blutgruppe B zusammenklumpen. Damit lässt sich die Blutgruppe B innerhalb des Blutgruppensystems relativ leicht bestimmen.

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 18 oder christian.stauffer@wildnispark.ch

Bilder zum Download unter http://www.wildnispark.ch/medien


Vielfältiger Lebensraum für Wildbienen im Wildnispark Zürich (CH)

3. September 2010

Rund um das Besucherzentrum in Sihl-wald sind verschiedene Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt.

Medienmitteilung 15/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Sinnvolle Nisthilfen
Nicht nur Hummeln fühlen sich wohl im Gebiet des Wildnispark Zürich. Unzählige Wildbienenarten richten hier in Baumhöhlen, Totholzstämmen, Steinspalten und hohlen Pflanzenstängeln Brutplätze ein. Als sinnvolle Ergänzung dazu stehen an verschiedenen Stellen rund um das Besucherzentrum in Sihlwald Nisthilfen. Die sogenannten «Wildbienenhotels» bestehen aus verschiedenen Materialen wie Holz, Stein, Ton und Lehm und verfügen über vorgebohrte Löcher, die als Brut-kammern dienen. Von der Cafeteria aus ist es möglich, die Wildbienen bei ihrer «Arbeit» zu beobachten. Für etwa einen Sechstel aller Wildbienenarten in der Schweiz ist diese direkte Unterstützung von Menschenhand nützlich, da ihr natür-licher Lebensraum durch die intensive Bodennutzung und den steigenden Bo-denbedarf von Jahr zu Jahr schwindet.

Vielfältiger Lebensraum für Wildbienen
Auf den ersten Blick lässt sich nicht erahnen, welche Bedeutung die kurz-lebigen Wildbienen auf das Leben der Menschen haben. Doch ohne ihre fleissige Arbeit wäre das Leben auf der Erde nicht von Dauer. Das Gebiet des Wildnispark Zürich bietet ihnen einen vielfältigen Lebensraum. Wildbienen sind die wichtigsten Übermittler von Blütenstaub und Pollen und tra-gen wesentlich zum Fortbestand vieler Nutz- und Futterpflanzen bei. Ohne ihre Arbeit gäbe es kaum noch Früchte und Gemüse. Insbesondere gefährdete und seltene Pflanzen werden statt von der bekannten «Honigbiene» von Wildbienen bestäubt.

Kraftpaket mit Fell
Besonders auffällige Wildbienen, die im Wildnispark Zürich leben, sind die Hum-meln. Zu dieser Gattung gehören in der Schweiz rund 30 von insgesamt 600 ver-schiedenen Wildbienenarten. Die grossen, äusserst fleissigen Insekten sind auf offene Flächen mit lockerem Untergrund angewiesen, da sie ihre Nester im Bo-den bauen und die Eier hinein legen. Die sandige und offenporige Erde auf dem Areal des Besucherzentrums in Sihlwald bietet insbesondere den Erdhummeln einen idealen Lebensraum.

Im Gegensatz zu anderen Wildbienenarten fliegen Hummeln bereits sehr früh im Jahr, denn sie sind kälteresistent und ertragen auch Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Diese Eigenschaft verdanken sie neben ihrem isolierenden Fell auch ihrer kräftigen Flugmuskulatur. Zur Aufwärmung des Körpers können sie diese von den Flügeln abkoppeln und im Leerlauf arbeiten lassen.

Anleitungen, wie Sie selber eine Beitrag zum Wildbienenschutz leisten können, finden Sie unter: http://www.pronatura.ch.

Weitere Auskünfte:
Susanne Hofmann,
Leiterin Besucherzentrum Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 14 oder susanne.hofmann@wildnispark.ch

Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Die Markierung der Kernzone im Sihlwald ist abgeschlossen (CH)

12. August 2010

Medienmitteilung 14/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Stets auf dem richtigen Weg
Die Markierung der Kernzone im Sihlwald ist abgeschlossen. Sie ist ein wichtiger Teil der Besucherinformation und -lenkung, mit der der gesamte Park einheitlich beschriftet worden ist. Damit ist der Wildnispark Zürich in der Umsetzung der geltenden Schutzverordnung einen wesentlichen Schritt weiter.

Wer durch den Sihlwald wandert, kann seit einiger Zeit an einzelnen Bäumen orange Markierungen wahrnehmen. Sie bezeichnen den Umriss der sogenannten Kernzone – jenes Gebiet, in dem ein Weggebot gilt und Flora und Fauna ganzheitlich geschützt werden. Diese Kernzonen-Markierung ist ein wesentlicher Teil der Umsetzung der Schutzverordnung des Kantons Zürich (SVO), die im Oktober 2008 in Kraft getreten ist. Damit die darin festgelegten Regelungen befolgt werden, sind seit Januar 2009 eine Rangerin und zwei Ranger im Wildnispark Zürich Sihlwald unterwegs. Neben ihrer Aufsichtstätigkeit stehen sie den BesucherInnen vor allem auch als kompetente Ansprechpersonen für Fragen rund um den Sihlwald zur Verfügung.

Positive Besucherlenkung
Neben der Umsetzung der Naturschutzziele im Rahmen der SVO ist auch die umfassende Information und entsprechende Lenkung der BesucherInnen ein wichtiges Ziel des Wildnispark Zürich. Dafür wurden einheitlich orange-schwarze Stelen und Wegweiser entwickelt. Diese bezeichnen einerseits die einzelnen Gebiete, andererseits bieten sie eine Orientierungshilfe. Wichtig sind vor allem die Informationen, die zeigen, auf welchen Wegen Reiten und Velofahren erlaubt ist oder wo Hunde zum Schutz der heimischen Wildtiere an der Leine geführt werden sollen. Der Wildnispark Zürich hat bewusst auf eine positive Lenkung anstelle von Verboten gesetzt. So sind die erlaubten Velo- und Reitwege bezeichnet.

Weitere Auskünfte:
Isabelle Roth,
stv. Geschäftsführerin,
Tel. 044 722 55 17

Bilder zum Download unter: http://www.wildnispark.ch/medien

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Blick in den Rucksack eines Rangers – Internationaler Rangertag (CH)

27. Juli 2010

Medienmitteilung 13/10 aus dem Wildnispark Zürich

Am Samstag, 31. Juli informieren die Ranger des Wildnispark Zürich über ihre vielfältige Arbeit im Sihlwald. Die Aktion ist Teil des ersten internationalen Rangertages, an dem sich weltweit Ranger aus verschiedenen Schutzgebieten beteiligen.

Am Samstagnachmittag stellen die Ranger des Sihlwaldes verschiedene Aufgaben und Tätigkeiten aus ihrem Berufsalltag vor. Auf spielerische Art erklären sie den Besucher/innen, was ihre Arbeit beinhaltet und mit welchen Hilfsmitteln sie über den Wildnispark Zürich informieren. In ihrem Rucksack bringen sie vielfältige Spiele mit, die Gross und Klein Interessantes über die Geschichte des Sihlwaldes und die Herausforderungen eines Rangers selber erfahren lassen. Das Ranger-Team ist bei trockenem Wetter von 13.30 bis 16 Uhr beim Aussichtsturm Hochwacht auf dem Albisgrat anzutreffen.

Internationaler Rangertag

Mit dieser Aktion beteiligt sich der Wildnispark Zürich am internationalen Rangertag, der in diesem Jahr erstmals durchgeführt wird. Von Afrika bis Kanada führen Ranger aus den unterschiedlichsten Schutzgebieten Veranstaltungen durch, die ihre Arbeit der Öffentlichkeit präsentieren.

Weitere Auskünfte:
Nicole Aebli, Rangerin & Vorstands-Mitglied «Swiss Rangers»,
Tel. 044 722 55 20 oder nicole.aebli@wildnispark.ch
Links: http://www.wildnispark.ch; http://www.swiss-rangers.ch
Sihlwald, 27. Juli 2010

Bild zur Medienmitteilung
Download unter http://www.wildnispark.ch/medien

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Lebensraum dank dynamischem Wechselspiel (CH)

28. Juni 2010

Wildnispark Zürich: Frei fliessende Flüsse bahnen sich ihren Weg ins Tal mit vielen Schlaufen. Im Wechselspiel von Hoch- und Niederwasser entstehen und vergehen dabei unterschiedliche Lebensräume. Obwohl die Sihl ein gezähmter Fluss ist, bestehen hier doch Orte, welche die Bedürfnisse von anspruchsvollen Tierarten wie Ringelnatter und Geburtshelferkröte erfüllen.

Im Frühling, nach heftigen Regenfällen und nach der Schneeschmelze in den Bergen, füllen sich die Bäche und es entstehen kleinere oder grössere Hochwasser. Dies führt an frei fliessenden Flüssen zu Tümpeln, die sich schnell mit Leben füllen.

An der Sihl im unteren Sihltal hat man nach Einstellung der Wasserkraftnutzung begonnen, die früheren Fabrikkanäle in neue Lebensräume umzuwandeln und kleinere Weiher anzulegen. So entstanden verschiedene, vegetationsreiche Wasserstellen, die sich jeweils im Frühling als bedeutende Laichgebiete für Amphibien wie die Geburtshelferkröte erweisen. Gegen Sommer werden diese flachen, ruhigen Stellen auch von Ringelnattern und anderen Reptilien als Jagdgebiete genutzt. Ebenso sind zahlreiche besonnte Stellen und Asthaufen entlang der Sihl ein wichtiger Lebensraum für diese wärmeliebenden Tiere.

Tümpel beschleunigen Entwicklung
Die Population der Geburtshelferkröte ist in der ganzen Schweiz klein. Auch im Sihltal sind die Bestände nicht sehr gross, verglichen mit anderen Standorten aber doch zufrieden stellend. Wenn es wärmer wird, sind die kleinen Weiher entlang der Sihl voll von emsig schwimmenden Kaulquappen, deren Larven das Geburtshelferkröte-Männchen zuvor abgeladen hat. Dort sind sie weitgehend geschützt vor Fressfeinden wie Fischen, wasserlebenden Käfern oder Gross-Libellen-Larven. Das feuchtwarme Klima im seichten Gewässer hilft auch, die Stoffwechselvorgänge und damit die Entwicklung zu beschleunigen. Bis die Tümpel durch die Sommerhitze austrocknen, sind aus den Kaulquappen bereits kleine nachtaktive Geburtshelferkröten geworden.

Bei Gefahr ins Wasser
Auch die Ringelnatter ist auf einen Lebensraum mit vielfältigen, wechselnden Strukturen angewiesen. Im April löst sie sich aus der Winterstarre, die sie unter Blätter- oder in Komposthaufen mit dichter Vegetation verbracht hat. Ein Sonnenbad an vegetationsärmeren Orten ist für sie am Morgen wichtig, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Nahrung findet die Ringelnatter sowohl an Land als auch im Wasser. Sie frisst Amphibien und Fische, die sie ganz verschluckt und anschliessend verdaut. Gerät sie selber in Gefahr, flüchtet sie ins Wasser – ein weiterer Grund, an feuchten Standorten wie Flüssen und Bächen zu siedeln. Die Ringelnattern im Sihltal weisen eine Besonderheit auf: Sie sind so genannte Schwärzlinge, denen der charakteristische helle Fleck hinter dem Kopf fehlt.

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 18 oder
christian.stauffer@wildnispark.ch

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch