Wildnispark Zürich: Biodiversität hat viele Gesichter

Ruhe und grosse Flächen sind im Mittelland für den Rothirsch wichtige und seltene Lebensraumqualitäten

Am 12. Januar hat Bundesrat Moritz Leuenberger in Bern offiziell das Jahr der Biodiversität in der Schweiz eingeläutet. Biodiversität bedeutet Vielfalt an Leben und Lebensformen. Der Wildnispark Zürich bietet beiden Raum und Zeit, sich zu entfalten. Eine Art, die im Sihlwald mit seiner Grossflächigkeit und Ungestörtheit wieder vermehrt anzutreffen ist, ist der Rothirsch.

Vor dreissig Jahren waren Rothirsche häufige Gäste im Gebiet des Wildnispark Zürich. Sogar bei den Gehegen im Langenberg wurden sie regelmässig gesichtet und einige fielen dem Verkehr auf der Sihltal- und der Albisstrasse zum Opfer. In der folgenden Zeit streiften zwar einzelne Rothirsche durch den Sihlwald, aber deutlich seltener als zuvor. Ein Grund dafür war die Isolierung der Albiskette von den Wäldern des Kantons Zug durch zusätzliche Industrie und Strassen.

Rothirsche fühlen sich im Wildnispark Zürich zunehmend wohl In den letzten Jahren ist der Rothirsch wieder zurückgekehrt und vermehrt standorttreu geworden. Geübte Beobachter sehen ihn regelmässig im Wald und auch beim Aesen an Waldlichtungen. Die Zuwanderung erfolgte vermutlich über die Region Hirzel und Zimmerberg. Die Albiskette mit ihren zusammenhängenden Mischwäldern bietet dem Rothirsch, der ein ausdauernder Läufer ist und lange Tagesstrecken zurücklegt einen passenden Lebensraum. Tagsüber hat er die Möglichkeit, sich in ruhige Gebiete wie die Kernzone im Sihlwald zurückzuziehen und in der Dämmerung, wenn er von den Menschen weniger gestört wird, an den Waldrändern zu äsen.

Wichtige Biodiversitätsfaktoren Grossflächigkeit und Ungestörtheit sind gerade im Mittelland wichtige Faktoren der Biodiversität und von lebenswichtiger Bedeutung für anspruchsvolle Arten. Zu diesen gehört der Rothirsch und noch stärker der Wolf, welcher momentan die guten Lebensräume für Rothirsche in den Alpen besiedelt.

Diese beiden Arten bevorzugen seit jeher die gleichen Lebensräume und haben eine ähnliche Lebensweise: Sie sind ausdauernde Läufer und haben eine hohe soziale Organisation. Ihre Entwicklung lief parallel in gegenseitiger Abhängigkeit als Jäger und Beutetier. Bei der Rückkehr des Wolfes in die Surselva, Graubünden haben sich dann auch die Rothirsche schneller als andere Beutetiere an den neuen, alten Jäger angepasst. Eine genetische Anpassung mit der sich die Rothirsche im Sihlwald bis jetzt jedoch noch nicht auseinanderzusetzen haben.

Rothirsche und Wölfe im Langenberg
Im Langenberg gibt es mehrere Rothirschanlagen: neben der einheimischen Unterart gibt es auch eine ungarisches Rudel mit Platzhirsch, Hirschtieren und Kälbern sowie eine Junggesellengruppe. Im Wolfsgehege leben ein Alpha-Paar und mehrere Generationen von Wölfen, wobei die jüngsten in der strengen Rudelhierarchie noch Narrenfreiheit geniessen. Beide Arten sind ausdauernde Läufer. Die grossen Anlagen im Langenberg tragen dem Rechnung. An die Flächenverhältnisse im Freiland kommen sie jedoch nicht heran. Deshalb ist es wichtig, dass die Anlagen eine Vielfalt an Strukturen aufweisen und die Tiere durch Nahrungssuche und Jungenaufzucht beschäftigt sind.

Für weitere Auskünfte:
Christian Stauffer
Geschäftsführer Wildnispark Zürich: 044 722 55 18

Weitere Informationen zum Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch

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