Wildnispark Zürich: Ursprüngliche Tierarten in attraktiven Anlagen (CH)

29. September 2011

Der Langenberg wurde 1969 zu seinem 100-jährigen Jubiläum um den Westteil erwei-tert. 2010 konnten die baufällig gewordenen Anlagen umfassend erneuert werden und in diesem Jahr kommt eine grossflächige Erweiterung dazu. Im ganzen Westteil stehen die grossen ursprünglichen Pflanzenfresser Wisent, Elch und Wildpferd im Vorder-grund. Das Publikum kann diese Tierarten in weiträumigen Anlagen, teilweise gemein-sam erleben.

Begleitend dazu gibt es neu fünf Erlebniswelten im Langenberg West, in denen die vertiefte Auseinandersetzung Mensch – Wildtier im Vordergrund steht. Die Kosten für Erneuerung und Erweiterung belaufen sich auf rund 4.8 Mio. Franken.

Elch, Wisent und Wildpferd sind einheimische Tierarten
Rothirsch und Wolf werden von den meisten Menschen als einheimische Tierarten benannt, nicht so Wisent, Elch und Wildpferd. Die Zeit, in der sie vom Menschen im Gebiet der heuti-gen Schweiz zurückgedrängt und ausgerottet wurden, liegt so weit zurück, dass sie nicht mehr als einheimische Tiere erkannt werden.

Elch und Wisent lebten noch bis ins zweite Jahrtausend in der Schweiz, wurden aber als att-raktive „Fleischlieferanten“ schon früh in ihrer Zahl reduziert. Immerhin gibt es in den letzten Jahrzehnten beim Elch eine Gegenbewegung, indem er sich vom Nordosten Europas her weite Gebiete zurückerobert. Einzelne Tiere sind bereits nach Österreich und Bayern vorge-stossen. In die Schweiz wird der Elch allerdings nicht zurück kehren, da seine bevorzugten Lebensräume in unserem Land überbaut sind. Hingegen böte sich dem Wisent in den aus-dehnten Jurahöhen ein ausgezeichneter Lebensraum. Er wird aber nicht selbst dorthin zurück kehren sondern müsste aktiv wieder angesiedelt werden.

Die Situation beim Wildpferd liegt insofern anders, dass die europäischen Arten ganz ausge-rottet worden sind. Hier zeigt der Wildnispark Zürich an deren Stelle das mongolische Prze-walskipferd als letzten wilden Vertreter der Pferde.

Gute Tierhaltung – spannende Präsentation
Im neuen Langenberg West wurden für die beiden Tierarten Elch und Wisent Infrastrukturen geschaffen, die eine professionelle angepasste Haltung dieser Tier ermöglichen,. Die Elch-Anlagen bestehen aus einer Reihe kleinerer Gehegekompartimente mit festem Boden, so dass letztlich für jeden Elch ein separater Gehegeteil vorhanden ist. Dies erlaubt, diese einzelgängerischen Tiere entsprechend zu halten und das Handling zu erleichtern. Bei den Wisenten geht es hingegen darum, die ganze Gruppe in einer Anlage unterbringen zu können, die einfach zu reinigen ist. Gleichzeitig ist es auch wichtig, jederzeit einzelne Tiere abtrennen zu können.

Die neuen Anlagen ermöglichen es, die einzelnen Arten professionell zu halten. Die schafft die Voraussetzung, sie in den Erweiterungsbereichen schön präsentieren zu können. Die Anordnung der Gehege erlaubt es in Zukunft, Wisente und Wildpferde in grossen Gruppen ge-meinsam erlebbar zu machen. Teilweise gibt es auch Kombinationsmöglichkeiten mit dem Elch.

Neuartige, halbdurchlässige Zäune
Bei den Erweiterungsbauten kommen erstmals neue Zauntypen zur Anwendung. Der Aus-senzaun wurde so konstruiert, dass er zwar Wisenten und Wildpferden den Weg nach aus-sen versperrt, gleichzeitig aber kleineren einheimischen Arten wie Reh oder Fuchs den Zu-gang zu den Gehegeflächen ermöglicht. Gegen die Besucher hin wurden Ochser-Zäune erstellt. Dies sind Doppelzäune, die zwar nicht sehr hoch sind, aber durch den Gesamtaufbau für die Tiere ein grosses Hindernis darstellen. Bei den Wildpferden sind sie im Langenberg bereits erprobt; dank diesen Zäunen entsteht die Atmosphäre einer begehbaren Anlage Ein solche ist neu auch für die Rehe als fünfte Tierart im Westteil umgesetzt.

Finanzierung ist gesichert
Die Kosten für die ganze Anlage belaufen sich auf rund 4. 8 Mio. Franken, davon fallen 2.7 Mio. Franken auf die Erneuerungs- und 2.1 Mio. Franken auf die Erweiterungsetappe. Die Fi-nanzierung der Anlage verteilt sich auf viele Schultern. Der Lotteriefonds des Kantons Zürich und die Stadt Zürich tragen einen wesentlichen Anteil bei, ebenso wie Coop als Projektspon-sor. Im Weiteren sind die Gesellschaft zur Förderung des Langenberg und der von ihr betrie-bene Wildnisparkshop sowie verschiedene Stiftungen, Firmen und Private massgeblich an der Finanzierung beteiligt.

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich,
Tel. 044 722 55 18

Download unter http://www.wildnispark.ch/medien

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch

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Wildnispark Zürich – Grünes Licht für erste Etappe Langenberg West (CH)

14. April 2010

Der Stiftungsrat hat die erste Etappe der geplanten Erneuerung und Erweiterung im Westteil des Wildnispark Zürich Langenberg freigegeben. Die Etappe umfasst im Wesentlichen die Erneuerung von bestehenden Tieranlagen. Im Mai beginnen die Bauarbeiten mit dem Ziel, dass anlässlich des Herbstfestes vom 3. Oktober 2010 erste Teile eröffnet werden können.

Das Projekt Langenberg West umfasst zwei Etappen; die Erneuerung des bestehenden Teils als erste und die Erweiterung als zweite. Der Westteil des Langenbergs wurde zum 100-jährigen Jubiläum 1969 eröffnet. Er beherbergt heute die grossen einheimischen Wiederkäuer Wisent und Elch, sowie Przewalskipferde, Rehe und Füchse. Der grössere Teil der Anlagen ist vierzig Jahre alt, konzeptionell veraltet und teilweise baufällig. Die Erneuerung dieser Anlagen wurde nun als erster Schritt freigegeben.

Vollständig erneuert werden die Anlagen für Wisente und Elche sowie die beiden Eingangsbereiche zum Westteil. Während die Wisente oberhalb des Betriebsgebäudes einen neuen Platz erhalten, wird die bestehende Elchanlage in ein weiträumiges Schaugehege umgestaltet. Es ist das Ziel, die Erneuerung der Tieranlagen bis Anfang Oktober abzuschliessen, so dass diese zum Herbstfest eingeweiht werden können. Die Gestaltung der Eingänge folgt später.

Erweiterung mit Erlebniswelten
Im Zentrum des gesamten Projekts Langenberg West stehen die Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Wildnis. In zwei Etappen, die bis in den Herbst 2011 dauern, werden deshalb vier neue Erlebniswelten aufgebaut. In der ersten Etappe wird der heutige Elchstall vollständig renoviert und mit einem breiten Informationsangebot ausgestattet. Eine weitere Erlebniswelt bildet die mongolische Jurte, welche den Alltag der Nomaden in der Mongolei zeigt. In der zweiten Etappe sollen die «Steinzeitwelt» und «Jagen und Sammeln» entstehen.

Erste Etappe vollständig finanziert
Der Stiftungsrat hat sich zum Bau der ersten Etappe entschieden, da die Erneuerung dringlich ist, diese Anlagen für sich funktionieren und die Finanzierung gesichert ist. Für das Gesamtprojekt zeichnen sich aufgrund der durchgeführten Ausschreibungen wesentlich tiefere Kosten ab als im Kostenvoranschlag angenommen waren. Sie belaufen sich nun auf 4.6 Mio. Franken gegenüber den bisher geschätzten 5.4 Mio. Franken. Für die Umsetzung der zweiten Etappe fehlen noch rund 900’000 Franken. Es besteht Zeit bis im Frühling 2011, diese Summe zusammen zu bringen. Dann könnte der Stiftungsrat die Realisierung der zweiten Etappe plangemäss für 2011 freigeben.

Weitere Infos zum Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch

Für weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich,
ab 16 Uhr Tel. 079 509 32 89.


Wildnispark Zürich: Biodiversität hat viele Gesichter

12. Januar 2010

Ruhe und grosse Flächen sind im Mittelland für den Rothirsch wichtige und seltene Lebensraumqualitäten

Am 12. Januar hat Bundesrat Moritz Leuenberger in Bern offiziell das Jahr der Biodiversität in der Schweiz eingeläutet. Biodiversität bedeutet Vielfalt an Leben und Lebensformen. Der Wildnispark Zürich bietet beiden Raum und Zeit, sich zu entfalten. Eine Art, die im Sihlwald mit seiner Grossflächigkeit und Ungestörtheit wieder vermehrt anzutreffen ist, ist der Rothirsch.

Vor dreissig Jahren waren Rothirsche häufige Gäste im Gebiet des Wildnispark Zürich. Sogar bei den Gehegen im Langenberg wurden sie regelmässig gesichtet und einige fielen dem Verkehr auf der Sihltal- und der Albisstrasse zum Opfer. In der folgenden Zeit streiften zwar einzelne Rothirsche durch den Sihlwald, aber deutlich seltener als zuvor. Ein Grund dafür war die Isolierung der Albiskette von den Wäldern des Kantons Zug durch zusätzliche Industrie und Strassen.

Rothirsche fühlen sich im Wildnispark Zürich zunehmend wohl In den letzten Jahren ist der Rothirsch wieder zurückgekehrt und vermehrt standorttreu geworden. Geübte Beobachter sehen ihn regelmässig im Wald und auch beim Aesen an Waldlichtungen. Die Zuwanderung erfolgte vermutlich über die Region Hirzel und Zimmerberg. Die Albiskette mit ihren zusammenhängenden Mischwäldern bietet dem Rothirsch, der ein ausdauernder Läufer ist und lange Tagesstrecken zurücklegt einen passenden Lebensraum. Tagsüber hat er die Möglichkeit, sich in ruhige Gebiete wie die Kernzone im Sihlwald zurückzuziehen und in der Dämmerung, wenn er von den Menschen weniger gestört wird, an den Waldrändern zu äsen.

Wichtige Biodiversitätsfaktoren Grossflächigkeit und Ungestörtheit sind gerade im Mittelland wichtige Faktoren der Biodiversität und von lebenswichtiger Bedeutung für anspruchsvolle Arten. Zu diesen gehört der Rothirsch und noch stärker der Wolf, welcher momentan die guten Lebensräume für Rothirsche in den Alpen besiedelt.

Diese beiden Arten bevorzugen seit jeher die gleichen Lebensräume und haben eine ähnliche Lebensweise: Sie sind ausdauernde Läufer und haben eine hohe soziale Organisation. Ihre Entwicklung lief parallel in gegenseitiger Abhängigkeit als Jäger und Beutetier. Bei der Rückkehr des Wolfes in die Surselva, Graubünden haben sich dann auch die Rothirsche schneller als andere Beutetiere an den neuen, alten Jäger angepasst. Eine genetische Anpassung mit der sich die Rothirsche im Sihlwald bis jetzt jedoch noch nicht auseinanderzusetzen haben.

Rothirsche und Wölfe im Langenberg
Im Langenberg gibt es mehrere Rothirschanlagen: neben der einheimischen Unterart gibt es auch eine ungarisches Rudel mit Platzhirsch, Hirschtieren und Kälbern sowie eine Junggesellengruppe. Im Wolfsgehege leben ein Alpha-Paar und mehrere Generationen von Wölfen, wobei die jüngsten in der strengen Rudelhierarchie noch Narrenfreiheit geniessen. Beide Arten sind ausdauernde Läufer. Die grossen Anlagen im Langenberg tragen dem Rechnung. An die Flächenverhältnisse im Freiland kommen sie jedoch nicht heran. Deshalb ist es wichtig, dass die Anlagen eine Vielfalt an Strukturen aufweisen und die Tiere durch Nahrungssuche und Jungenaufzucht beschäftigt sind.

Für weitere Auskünfte:
Christian Stauffer
Geschäftsführer Wildnispark Zürich: 044 722 55 18

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