Parc Ela: Blicke in die Vergangenheit (CH)

17. Februar 2011

Pferdepost in Savognin um ca 1890. Foto aus Sammlung Romano Plaz.

Medienmitteilung Parc Ela, Tiefencastel, 17. Februar 2011

Das dazugehörige Bild zeigt die Pferdepost in Savognin um ca 1890. Foto aus Sammlung Romano Plaz.

Wie sah Savognin aus, als noch Postkutschen verkehrten? Wie fuhr man in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts auf der Lenzerheide Ski? Unter welchen Bedingungen arbeiteten die Männer am Staudamm von Marmorera? Und was gaben die Einwohner von Surava dem Hobbyfilmer Remi Janutin preis? Um diese und andere Fragen geht es in der diesjährigen Parc Ela Winterfilm- und Vortragsreihe.

Donnerstag, 24. Februar 2011:
Das Surses – seine Dörfer, Menschen und der Tourismus
20 Uhr, Sala Grava, Savognin

Lokalhistoriker Romano Plaz öffnet für diesen Abend sein umfangreiches privates Fotoarchiv und zeigt digitalisierte alte Aufnahme aus der Zeit um 1900. Zu sehen sind die Dörfer des Surses, ihre Bewohner bei der Arbeit und in der Freizeit, der Strassenbau und der aufkommende Tourismus mit Postkutschen und später Automobilen. Gekonnt und abwechslungsreich entführt Romano Plaz mit seinem Erzähltalent in frühere Zeiten.

Donnerstag, 3. März 2011:
Die Lenzerheide in den Dreissigerjahren – Wintersport anno dazumal
20 Uhr, Mehrzwecksaal Schulhaus Lantsch/Lenz

Die Fotografen Heinze haben den Kurortsbetrieb der Lenzerheide und speziell die Skiläufer in den Dreissigerjahren mit der Filmkamera eingefangen: Geblieben sind einmalige Bilder aus alten Zeiten. Fritz Ludescher vom Verein Ortsmuseum hat kurze Sequenzen der nostalgischen Zeitzeugnisse in Abschnitte gegliedert, besprochen und mit Eigenkompositionen von Daniel Pfeiffer, Bruno Brodt und Paul Baumgartner untermalt. An diesem Abend zeigen wir Teile davon und Fritz Ludescher erzählt mehr über die Anfänge des Tourismus rund um die Lenzerheide. Zur Ferienregion gehören auch die Parc Ela Gemeinden Lantsch/Lenz und Brienz/Brinzauls.

Donnerstag, 10. März 2011:
Marmorera – Der Staudamm und die Wichtigkeit des Stroms für Graubünden
20 Uhr, Hotel Grischuna, Bivio

Der Marmorera-Staudamm wurde in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut. Ziel war und ist es, die Stadt Zürich mit Energie zu versorgen. In einer kurzen Filmsequenz werfen wir einen Blick auf die damalige Grossbaustelle und sehen die Männer bei den strengen Bauarbeiten am Hang von Marmorera. Für diesen Abend konnte Hansjürg Gredig, Historiker und Verfasser des Buchs „Unter Strom; Wasserkraftwerke und Elektrifizierung in Graubünden 1879-2000“ als Referent gewonnen werden. Er zeigt unter anderem auf, wie die Wasserkraftnutzung zur Stromerzeugung der Bevölkerung von Graubünden Fortschritt, Wohlstand und Erleichterungen im Alltag gebracht hat.

Donnerstag, 17. März 2011:
Surava in den Jahren 1967/68
20 Uhr, Mehrzwecksaal Schulhaus Surava

Mit grossem Zeitaufwand hielt Remi Janutin in den Jahren 1967/68 das Dorfleben von Surava auf seiner Super 8-Kamera fest: Er filmte die Einwohner und das Geschehen im Dorf, um es für kommende Generationen festzuhalten. Entstanden ist ein authentisches Zeitdokument, das persönliche Einblicke in das damalige Dorfleben erlaubt. Zu sehen sind unter anderem der EHC Surava auf dem Eis, Holztransporte aus dem Wald, allerlei Dorfbräuche sowie immer wieder Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit.

Karin Enzler
Projektleiterin Kommunikation
Parc Ela Management
Hotel Julier, Viglia veia Gelgia 20
CH-7450 Tiefencastel
Tel.: +41 (0)81 508 01 22
Fax: +41 (0)81 637 00 94

Weitere Informationen zum Parc Ela auf www.Ausflugsziele.ch


Wildnispark Zürich: Das Takhi-Projekt trotz Rückschlag im Aufwind (CH)

25. Januar 2011

Takhis im Schnee im Langenberg

Takhi bedeutet auf mongolisch so viel wie heilig. 1968 war das Przewalskipferd in freier Wildbahn ausgestorben. Dank Takhis in europäischen Zoos, konnte die Art erhalten bleiben und seit 1992 werden Takhis aus Europa zurück in die alte, neue Heimat, die Mongolei gebracht; seit 1996 vom Wildnispark Zürich Langenberg aus. Nach 1999 setzte sich die ITG (International Takhi Group) für die Wiederansiedlung ein und die Zusammenarbeit mit der mongolischen Regierung ist in dieser Zeit immer enger geworden. Im Rahmen des WEF besucht der mongolische Präsident Elbegdorj die Schweiz und trifft sich auch mit ITG-Präsident Thomas Pfisterer.

Die ITG hat sich zum Ziel gesetzt, eine langfristig lebensfähige Takhi-Population aufzubauen und deren Habitat langfristig zu erhalten. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und der Regierung.

Abhärtung in extremis
Zwischen 1992 und 2004 wurden insgesamt 89 Takhis in die Mongolei geflogen, die meisten vom Langenberg aus. In dieser Phase ging es vor allem darum, sie im geeignetsten Lebensraum in der Mongolei wieder anzusiedeln. Dies scheint längerfristig möglich zu sein, obwohl der trockene Sommer und der lange harte Winter 2009/10 ein zweites Mal die Population um mehr als zwei Drittel dezimiert hat. So besorgniserregend diese Tatsache ist, kann man doch davon ausgehen, dass die überlebenden Takhis besonders gut an die harten Lebensbedingungen in dem Gebiet angepasst sind.

Zusammenarbeit mit der Bevölkerung
Die Gobi B ist ein Beispiel, wo traditionelle menschliche Nutzung und das Leben von Wildtieren gut zusammen funktionieren. Die knappen Futter- und Wasserressourcen in der Gobi B bedingen aber ein sorgfältiges Regime. Wichtig ist deshalb die positive Einstellung der Bevölkerung gegenüber den Takhis. Diese wird durch ein sozioökonomisches Projekt unterstützt, das auf den drei Bereichen Viehwirtschaft, Filzproduktion und Holzschnitzerei aufbaut und den einheimischen Nomaden alternative Einkommen erschliesst.

Elbegdorj trifft ITG-Präsident Thomas Pfisterer
Im Januar 2011 wurde zwischen der ITG und der mongolischen Regierung ein neuer Zusammenarbeitsvertrag bis 2020 unterzeichnet. Hauptbestandteil ist die gemeinsame Vision, dass sich das Takhi, eine national und global wichtige Tierart, als selbsterhaltende, freilebende Population jetzt und in Zukunft in der Dschungarischen Wüste halten kann. Gleichzeitig unterstützt die mongolische Regierung die Vernetzung und Aufwertung des Lebensraums zwischen der Mongolei und der Volksrepublik China.

Im Rahmen des Besuchs von Präsident Elbegdorj am WEF in der Schweiz, findet auch ein Treffen mit Parlamentariern und dem Direktor des DEZA, Martin Dahinden statt. Das DEZA engagiert sich in der Mongolei unter anderem zusammen mit der ITG für die Umsetzung eines Managementplans für die Gobi B. Eine weitere Station für Präsident Elbegdorj ist Aarau, wo er sich sehr für das „Haus der Demokratie“ interessiert. In diesem Zusammenhang trifft er auf Alt-Ständerat und ITG-Präsident Thomas Pfisterer, wobei auch die neuesten Entwicklungen im Takhi-Projekt ein Thema sind. Der Leitspruch von Thomas Pfisterer „je globaler die Welt wird, desto mehr haben wir Verantwortung für den Fortbestand der Natur und der auf sie angewiesenen Menschen zu tragen“, fasst das Ziel aller Beteiligten in der Gobi B treffend zusammen.

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 18 oder
christian.stauffer@wildnispark.ch

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Gesucht: Parc Ela Detectivs (CH)

25. Januar 2011

Kinder haben neu die Möglichkeit, Parc Ela Detectiv zu werden. Zusammen entdecken sie den Park und brechen auf zu neuen Abenteuern.

Parc Ela Detecivs ist ein Angebot für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren aus dem Parkgebiet. Sie treffen sich einmal im Monat am Samstag mit Leitern und verbringen einen halben oder ganzen Tag zusammen. Sie entdecken die Highlights des Parc Ela, lernen spielerisch die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt kennen und setzen sich aktiv für die Natur ein, indem sie Wiesen mähen, Moore entbuschen oder Hecken schneiden. Bei allem kommen der Spass und das Abenteuer natürlich nicht zu kurz, und die Kinder können neue Freundschaften schliessen.

Am 12. Februar 2011 findet ein Schnuppertag statt. Die angehenden Detectivs und ihre Eltern erhalten wichtige Informationen über den Parc Ela und über die zukünftigen Abenteuer. Die Detectivs lernen sich gegenseitig und die Leitpersonen der Anlässe kennen. Aus Schnee und Eis gestalten sie Kunst, bauen Winterlichter und Baumschmuck. Mit nach Hause nehmen die angehenden Parc Ela Detectivs als Geschenk ihr selbst gestaltetes „Parc Ela Detectiv T-Shirt“.

Treffpunkt ist um 13 Uhr beim Eingang des Hotel Julier in Tiefencastel.

Das Angebot ist für Kinder aus dem Parc Ela gratis. Weitere Auskünfte und Anmeldung bei Maria Anotta, Projektleiterin Umweltbildung des Parc Ela unter 081 508 01 15 oder maria.anotta@parc-ela.ch. Weitere Informationen auf http://www.parc-ela.ch/schulklassen

Karin Enzler
Projektleiterin Kommunikation, Events und Vermittlung
Parc Ela Management
Hotel Julier, Viglia veia Gelgia 20
CH-7450 Tiefencastel
Tel.: +41 (0)81 508 01 22
Fax: +41 (0)81 637 00 94
http://www.parc-ela.ch

Weitere Informationen zum
Parc Ela auf www.Ausflugsziele.ch


Wildnispark Zürich: Wenn der Nebenbuhler geduldig wartet… (CH)

21. Dezember 2010

 "wenn der Nebenbuhler geduldig wartet..."

Medienmitteilung 21/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Trotz winterlichen Temperaturen ist es den Steinböcken im Wildnispark Zürich, Langenberg zurzeit warm ums Herz. Sie stehen mitten in der Brunft. Dabei wurde jedoch bereits im Herbst mittels Scheinkämpfen ausgemacht, wer im Dezember als erster darf. So können sie Energie sparen und sich auf das Wesentliche konzentrieren.

„Steinböcke sind ernsthaft, beharrlich und ehrgeizig, Sicherheit geht ihnen über alles“. Was wie ein Auszug aus dem Biologiebuch anmutet, ist in Wahrheit die Charakterisierung derjenigen Menschen, welche im Tierkreiszeichen des Steinbocks geboren wurden. Weiter wird ihnen nachgesagt, dass sie sich in Selbstbeherrschung üben.

Energie sinnvoll einsetzen
Beobachtet man die tierischen Steinböcke bei ihrer Brunft, kommt man in Versuchung sie mit dem Steinbock-Menschen zu vergleichen. Sicherheit geht über alles: Um im Winter, wenn das Futter knapp ist, nicht durch aufreibende Rangkämpfe an die Grenzen zu gelangen, wird die Rangordnung bereits im Herbst ausgemarcht. Die verlorene Energie kann dannzumal durch den Verzehr von Gras, Holzgewächsen und Polsterpflanzen ausgeglichen werden. Wenn es in der Brunft dann zur Sache geht, üben sich die unterlegenen Männchen in Selbstbeherrschung und warten geduldig, bis sie an der Reihe sind.

Brünstige Böcke im Langenberg
Im Langenberg lassen sich die brünstigen Steinböcke im Moment sehr gut beobachten. Die charakteristische Streckhaltung des dominanten Bockes, welche aussieht, als würde er nächstens unter einem Zaun durchkriechen, ist ebenso typisch, wie das Hochklappen der Oberlippe, gefolgt von einem flippernden Geräusch. Auch die rangniederen Steinböcke nehmen gelegentlich diese Haltung ein, sie warten jedoch gesittet, bist sie an der Reihe sind. So wie es die Tradition und die Sicherheit will.

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer, Geschäftsführer Wildnispark Zürich
044 722 55 18 / christian.stauffer@wildnispark.ch
Bilder können auf http://www.wildnispark.ch/medien heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Wildnispark Zürich: Saisonausklang mit Übergabe des Biodiversitäts-Würfels (CH)

27. Oktober 2010

Kinder knüpfen am Netzwerk der Biodiversität. Bild: Verein «Natur liegt nahe»

Medienmitteilung 19/10 aus dem Wildnispark Zürich

Am Sonntag, 31. Oktober verabschiedet sich das Besucherzentrum in Sihlwald mit seinen drei Ausstellungen in die Winterpause. Bei herbstlichem Speis und Trank findet auch die Übergabe des «Biodiversitäts-Würfels» an Regierungsrat Markus Kägi statt.

Der Saisonausklang im Wildnispark Zürich ist gleichzeitig der letzte von elf Aktionstagen des Vereins «Natur liegt nahe» zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt. An den vergangenen Aktionstagen im Jahr 2010 wurde die Bevölkerung aufgefordert, Wünsche an die Regierung des Kantons Zürich zu formulieren und symbolisch für jedes Anliegen eine Schnur in einen 1.5 Meter hohen Würfel zu knüpfen. Um 14 Uhr wird nun der sogenannte «Biodiversitäts-Würfel» an Regierungsrat Markus Kägi übergeben. Der junge Musiker Nicolas Senn untermalt den Anlass mit seinem Appenzeller Hackbrett.

Handeln für die Biodiversität
Der Aktionstag läuft unter dem Namen «Handeln für die Biodiversität». Deshalb wird den BesucherInnen auf spielerische Weise gezeigt, wie sie sich für die Biodiversität einsetzen können. Es besteht die Möglichkeit, Nisthilfen für Wildbienen zu bauen, einheimische Wildsträucher und Samenmischungen zu kaufen oder am Glücksrad sein Wissen zur Biodiversität zu testen.

Eintritt ins Museum kostenlos
Beim Besucherzentrum in Sihlwald erwartet die Gäste ein herbstliches kulinarisches Angebot mit Glühwein und heissen Marroni. Während des ganzen Tages können die drei Ausstellungen «Wildnis und wir», «Wildnis – wo der Bär zuhause ist» und «Vom Nutzwald zum Naturwald» kostenlos besucht werden. Zudem finden um 15 und 16 Uhr Kurzführungen statt. Das Besucherzentrum öffnet seine Tore wieder am Sonntag, 20. März 2011.

Winter im Wildnispark Zürich
Obwohl das Besucherzentrum in den Wintermonaten geschlossen ist, gibt es im Wildnispark Zürich einiges zu erleben. Im Sihlwald sind der Walderlebnispfad und der Weg «Fenster zur Wildnis» jederzeit frei zugänglich und im Langenberg lassen sich die Tiere gut beobachten, da die Bäume und Sträucher frei von Laub sind. Auch das kürzlich eingeweihte Elchhaus und die neuen Anlagen für Elch und Wisent im Langenberg West sind weiterhin täglich von 8 bis 16 Uhr geöffnet.

Weitere Auskünfte:
Judith Falusi,
Leiterin Marketing
Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 26
Mail: judith.falusi@wildnispark.ch

Bilder zum Download unter http://www.wildnispark.ch/medien

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Wildnispark Zürich: Mehr Licht ins Dunkel mit Fotofallen (CH)

21. Oktober 2010

 An einem Junimorgen tappt dieser Rothirsch im Bast am Albishorn in eine der Fotofallen.

Medienmitteilung 18/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Die nachtaktiven Wildtiere im Sihlwald sind schwierig zu entdecken. Um diese Arten zu erfassen, führte die Studentin Jasmin Schnyder von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Wädenswil zusammen mit Mitarbeitenden des Wildnispark Zürich eine Arbeit aus, die auf der Fotofallentechnik basiert.

Arten, die tagsüber unterwegs sind, können oft in Direktbeobachtungen erfasst werden. Vor allem nachts aktive Arten hingegen geben noch immer viele Rätsel auf. Um ihnen auf die Spur zu kommen, sind in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Techniken entwickelt worden. Eine davon ist die Fotofallentechnik, die dank der digitalen Revolution nun Möglichkeiten bietet, etwas „Licht ins Dunkel der Nacht“ zu bringen.

Um die Artenpalette, die Verteilung im Raum und die tageszeitliche Verteilung mittelgrosser bis grosser Säugetiere im Sihlwald zu erfassen, wurden zwischen März und Juni während 548 so genannter Fallennächte insgesamt 20 handelsübliche Fotofallen gestellt. Die Arbeit wurde ausgeführt von Jasmin Schnyder, angehende Umweltingenieurin am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Wädenswil. Unterstützt durch Mitarbeitende des Wildnisparks Zürich und der Fachstelle WILMA der ZHAW stellte sie die 20 Fallen in zwei Transekten, die von der Sihl bis zur Kante der Albsikette führten. Neben der Artenpalette interessierte die Frage, ob sich Wildtiere mit einem Lockstoff vor die Kamera lotsen liessen oder ob ihnen der gewählte Lockstoff egal ist. So wurde einer der Transekten mit Lockstöcken versehen, der andere nicht.

Reh, Dachs und Fuchs
Trotz einiger technischer Probleme gelang es, insgesamt 168 Fotos herzustellen, auf denen das fotografierte Tier identifiziert werden konnte. Die Artenpalette ist mit 7 Säuger- und 4 Vogelarten vielfältig. Mit rund 40 Prozent der Bilder liegt das Reh vorne, gefolgt vom Dachs mit genau einem Drittel aller Fotos. Der Fuchs löste einen exakten Sechstel aller Bilder aus. Sechsmal liefen Steinmarder in die Fotofalle, und in Einzelbilder wurden Eichhörnchen, Waldmaus sowie Mäusebussard, Kohlmeise oder Stockente erfasst.

Verschiedene erwartete Arten, wie Hermelin oder Iltis konnten nicht registriert werden, und die leise Hoffnung, einen Baummarder zu erfassen, hat sich nicht erfüllt. Alle drei Arten können bei späteren Wiederholungen noch auftauchen.

Huftiere mögen Baldrian
Nicht erwartet werden konnte hingegen der Rothirsch. Obwohl die Art die Albiskette allmählich wieder besiedelt und somit auch im Wildnispark Zürich Sihlwald lebt, hielten es die Projektverantwortlichen für wenig wahrscheinlich, dass die scheuen Hirsche die Kameras auslösen würden. Zu Hilfe kam da offenbar der Lockstoff Baldrian. Während Füchse und Dachse sich in dieser Untersuchung kaum für den Lockstoff interessierten, scheint er für Huftiere attraktiv zu sein. Was, fragen wir uns, macht Baldrian für Huftiere interessant? Noch wissen wir es nicht!

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 18
oder christian.stauffer@wildnispark.ch

Klaus Robin, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW in Wädenswil; Leiter der Fachstelle für Wildtier- und Landschaftsmanagement WILMA Tel. 058 9345788 oder klaus.robin@zhaw.ch

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Wildnispark Zürich: Die erste Bauetappe der Erneuerung und Erweiterung im Langenberg West ist abgeschlossen.(CH)

30. September 2010
Die neue Schauanlage der Elche mit Biotop im Wildnispark Zürich

Die neue Schauanlage der Elche mit Biotop im Wildnispark Zürich

Medienmitteilung 17/10 aus dem Wildnispark Zürich

Grosses Herbstfest im Wildnispark Zürich
Die erste Bauetappe der Erneuerung und Erweiterung im Langenberg West ist abgeschlossen. Anlässlich des grossen Herbstfests vom Sonntag, 3. Oktober wird das neue Elchhaus eingeweiht. Weitere Höhepunkte aus dem Festprogramm sind die Lesungen von Federica de Cesco und der Auftritt der Band «Schtärneföifi».

Seit Mitte Mai wurde im Westteil des Langenbergs kräftig gebaggert und umgegraben. Alte und mehrheitlich baufällige Gehegeteile mussten erneuert werden, die Elche sind in eine grosszügige Anlage umgezogen und die Wisente haben ein neues Zuhause erhalten. Als zentrales Element des Bauprojekts entstand im Eingangsbereich bei der grossen Holzbrücke ein neues Elchhaus mit Ausstellung und direktem Einblick in die Tieranlage.

Vom Elchfieber gepackt
Die neue Ausstellung befasst sich zum einen mit dem Elch als Wildtier und dessen aktueller Verbreitung, zum anderen wird das ehemals einheimische Tier als Kult- und Sammlerobjekt thematisiert. An den drei verschiedenen Themenstationen «Elch-Test», «Elch-Land» und «Elch-Alarm» lässt sich auf spielerische Weise Überraschendes, Beeindruckendes und Witziges rund um den Elch erfahren. Durch den Einblick können die BesucherInnen ihr neues Wissen direkt am lebenden Elch studieren.

Festprogramm
Neben der Eröffnung des Elchhauses finden im Langenberg West Lesungen von Federica de Cesco statt. In der mongolischen Jurte erzählt sie von mutigen Mädchen und wilden Pferden. In Sihlwald erfreut die Kinderband «Schtärneföifi» das junge Publikum mit zwei Konzerten. Die Sihltal-Zürich-Üetlibergbahn bringt die BesucherInnen den ganzen Tag im 20-Minuten-Takt in den Wildnispark Zürich und zurück.

Weitere Informationen unter http://www.wildnispark.ch.
Für weitere Auskünfte zum Fest: Judith Falusi, Tel. 044 722 55 26

Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Wildnispark Zürich: Baumpilze – Parasiten und Erneuerer im Altholzwald (CH)

22. September 2010

Medienmitteilung 16/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Sie geben dem Wald Farbe und faszinieren den Wanderer. Baumpilze können vielerlei Formen und Farben haben, im Altholzwald sind sie aber auch von wichtiger Bedeutung. Sie bauen Holz ab und helfen dadurch mit, die Humusschicht zu erneuern. Im Sihlwald kommen sie dank viel Totholz häufig vor.

In Mitteleuropa sind Rotbuchen die weitaus häufigsten Wirtsbäume für den echten Zunderschwamm. Er ist frost- und hitzebeständig und kann ein Alter von bis zu fünfzehn Jahren erreichen. Er kommt hauptsächlich in tieferen Lagen vor und ist im Sihlwald einer der Vertreter der grossen Gruppe von Baumpilzen.

Im Sihlwald geeignetes Substrat
Porlinge, zu welchen der Zunderschwamm gehört, bilden konsolenförmige Fruchtkörper. Diese setzen direkt auf der Rinde auf und gleichen alle Unebenheiten aus. An der Unterseite der grauen, konzentrischen Wulste befinden sich die Fruchtkörper, welche sich immer nach der Schwerkraft orientieren. Fällt ein mit einem Baumpilz befallener Baum um, bilden sich die neuen Baumpilze deshalb um 90 Grad gedreht zu den alten aus. Im Schweizer Mittelland ist der echte Zunderschwamm selten. Dies dürfte an seiner früheren Verwendung als Zunder gelegen haben und daran, dass in den bewirtschafteten Wäldern wenig Alt- und Totholz zu finden ist. Im Sihlwald kommen diese Baumpilze dank des vielen Totholzes hingegen häufiger vor und erfreuen mit ihren Farben die Spaziergänger.

Aus Baum wird Humus Der echte Zunderschwamm befällt alte und kränkelnde Buchen. Nach dem Tod des Baumes kann er noch lange weiterleben. Er bezieht seine Nahrung aus dem Holz, indem er als Weissfäulepilz neben Zellulose auch das hochkomplexe Lignin im Holz abbauen kann. Durch den Weissfäulepilz wird Holz beinahe zu 100% abgebaut und der entstehende Humus geht als Substrat wieder in den Waldkreislauf ein. So ist er nicht nur im Naturwald, sondern auch in Wirtschaftswäldern ein Verwerter von nicht kommerziell nutzbarem Holz.

Und er kann noch mehr….
Als Wund- oder Blutschwamm wurde der echte Zunderschwamm bereits im Altertum zur Wundbehandlung eingesetzt. Die Wirkung beruht auf seiner kapillaren Saugkraft, welche zu einer schnelleren Gerinnung führen soll. Sein Gehalt an keimtötendem Jod desinfiziert die Wunde auch gleich. 1959 entdeckte ein finnischer Forscher zudem, dass mit dem Presssaft aus dem echten Zunderschwamm die roten Blutkörperchen der Blutgruppe B zusammenklumpen. Damit lässt sich die Blutgruppe B innerhalb des Blutgruppensystems relativ leicht bestimmen.

Weitere Auskünfte:
Christian Stauffer,
Geschäftsführer Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 18 oder christian.stauffer@wildnispark.ch

Bilder zum Download unter http://www.wildnispark.ch/medien


Vielfältiger Lebensraum für Wildbienen im Wildnispark Zürich (CH)

3. September 2010

Rund um das Besucherzentrum in Sihl-wald sind verschiedene Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt.

Medienmitteilung 15/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Sinnvolle Nisthilfen
Nicht nur Hummeln fühlen sich wohl im Gebiet des Wildnispark Zürich. Unzählige Wildbienenarten richten hier in Baumhöhlen, Totholzstämmen, Steinspalten und hohlen Pflanzenstängeln Brutplätze ein. Als sinnvolle Ergänzung dazu stehen an verschiedenen Stellen rund um das Besucherzentrum in Sihlwald Nisthilfen. Die sogenannten «Wildbienenhotels» bestehen aus verschiedenen Materialen wie Holz, Stein, Ton und Lehm und verfügen über vorgebohrte Löcher, die als Brut-kammern dienen. Von der Cafeteria aus ist es möglich, die Wildbienen bei ihrer «Arbeit» zu beobachten. Für etwa einen Sechstel aller Wildbienenarten in der Schweiz ist diese direkte Unterstützung von Menschenhand nützlich, da ihr natür-licher Lebensraum durch die intensive Bodennutzung und den steigenden Bo-denbedarf von Jahr zu Jahr schwindet.

Vielfältiger Lebensraum für Wildbienen
Auf den ersten Blick lässt sich nicht erahnen, welche Bedeutung die kurz-lebigen Wildbienen auf das Leben der Menschen haben. Doch ohne ihre fleissige Arbeit wäre das Leben auf der Erde nicht von Dauer. Das Gebiet des Wildnispark Zürich bietet ihnen einen vielfältigen Lebensraum. Wildbienen sind die wichtigsten Übermittler von Blütenstaub und Pollen und tra-gen wesentlich zum Fortbestand vieler Nutz- und Futterpflanzen bei. Ohne ihre Arbeit gäbe es kaum noch Früchte und Gemüse. Insbesondere gefährdete und seltene Pflanzen werden statt von der bekannten «Honigbiene» von Wildbienen bestäubt.

Kraftpaket mit Fell
Besonders auffällige Wildbienen, die im Wildnispark Zürich leben, sind die Hum-meln. Zu dieser Gattung gehören in der Schweiz rund 30 von insgesamt 600 ver-schiedenen Wildbienenarten. Die grossen, äusserst fleissigen Insekten sind auf offene Flächen mit lockerem Untergrund angewiesen, da sie ihre Nester im Bo-den bauen und die Eier hinein legen. Die sandige und offenporige Erde auf dem Areal des Besucherzentrums in Sihlwald bietet insbesondere den Erdhummeln einen idealen Lebensraum.

Im Gegensatz zu anderen Wildbienenarten fliegen Hummeln bereits sehr früh im Jahr, denn sie sind kälteresistent und ertragen auch Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Diese Eigenschaft verdanken sie neben ihrem isolierenden Fell auch ihrer kräftigen Flugmuskulatur. Zur Aufwärmung des Körpers können sie diese von den Flügeln abkoppeln und im Leerlauf arbeiten lassen.

Anleitungen, wie Sie selber eine Beitrag zum Wildbienenschutz leisten können, finden Sie unter: http://www.pronatura.ch.

Weitere Auskünfte:
Susanne Hofmann,
Leiterin Besucherzentrum Wildnispark Zürich
Tel. 044 722 55 14 oder susanne.hofmann@wildnispark.ch

Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch


Die Markierung der Kernzone im Sihlwald ist abgeschlossen (CH)

12. August 2010

Medienmitteilung 14/2010 aus dem Wildnispark Zürich

Stets auf dem richtigen Weg
Die Markierung der Kernzone im Sihlwald ist abgeschlossen. Sie ist ein wichtiger Teil der Besucherinformation und -lenkung, mit der der gesamte Park einheitlich beschriftet worden ist. Damit ist der Wildnispark Zürich in der Umsetzung der geltenden Schutzverordnung einen wesentlichen Schritt weiter.

Wer durch den Sihlwald wandert, kann seit einiger Zeit an einzelnen Bäumen orange Markierungen wahrnehmen. Sie bezeichnen den Umriss der sogenannten Kernzone – jenes Gebiet, in dem ein Weggebot gilt und Flora und Fauna ganzheitlich geschützt werden. Diese Kernzonen-Markierung ist ein wesentlicher Teil der Umsetzung der Schutzverordnung des Kantons Zürich (SVO), die im Oktober 2008 in Kraft getreten ist. Damit die darin festgelegten Regelungen befolgt werden, sind seit Januar 2009 eine Rangerin und zwei Ranger im Wildnispark Zürich Sihlwald unterwegs. Neben ihrer Aufsichtstätigkeit stehen sie den BesucherInnen vor allem auch als kompetente Ansprechpersonen für Fragen rund um den Sihlwald zur Verfügung.

Positive Besucherlenkung
Neben der Umsetzung der Naturschutzziele im Rahmen der SVO ist auch die umfassende Information und entsprechende Lenkung der BesucherInnen ein wichtiges Ziel des Wildnispark Zürich. Dafür wurden einheitlich orange-schwarze Stelen und Wegweiser entwickelt. Diese bezeichnen einerseits die einzelnen Gebiete, andererseits bieten sie eine Orientierungshilfe. Wichtig sind vor allem die Informationen, die zeigen, auf welchen Wegen Reiten und Velofahren erlaubt ist oder wo Hunde zum Schutz der heimischen Wildtiere an der Leine geführt werden sollen. Der Wildnispark Zürich hat bewusst auf eine positive Lenkung anstelle von Verboten gesetzt. So sind die erlaubten Velo- und Reitwege bezeichnet.

Weitere Auskünfte:
Isabelle Roth,
stv. Geschäftsführerin,
Tel. 044 722 55 17

Bilder zum Download unter: http://www.wildnispark.ch/medien

Weitere Informationen zum
Wildnispark Zürich auf www.Ausflugsziele.ch